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Wikileaks 

2.3.2012, 11:44 Uhr

Wikileaks: Privatfirmen spielen CIA

2.3.2012, 11:44 Uhr

Die jüngste Wikileaks-Veröffentlichung enthüllt, wie private Unternehmen spionieren. Ein weltweites Netz von Informanten soll via Schweizer Bankkonten und mit Prepaid-Kreditkarten bezahlt werden – darunter sind laut Wikileaks Regierungsangestellte, Botschaftsangehörige und Journalisten. Erstaunlich ist die oft schlechte Qualität des Materials, mit dem Stratfor viel Geld umsetzt. Von Pratap Chatterjee / The Guardian

TaWo/Screenshot: Wikileaks meldet sich zurück und bringt Files über private Nachrichtendienste.

Wikileaks meldet sich zurück und bringt Files über private Nachrichtendienste. (Bild: TaWo/Screenshot)

Was kosten schlechte Geheimdienstinformationen? Das Hacker-Kollektiv Anonymous ist vor kurzem in den Besitz von fünf Millionen E-Mails des texanischen Unternehmens Stratfor gelangt, das sich selbst als «globalen Anbieter von Informationen» bezeichnet. Sie werden seit vergangenem Montag schubweise von der Whistleblowing-Website Wikileaks veröffentlicht.

Das Bemerkenswerteste an dieser jüngsten Enthüllung ist nicht die Tatsache, dass der militärisch-industrielle Komplex Bürger, Aktivisten und Unruhestifter ausspioniert, sondern die extrem schlechte Qualität der Informationen, die Stratfor an den Höchstbietenden verkauft. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen wie Dow Chemical, Lockheed Martin, Northrop Grumman und Raytheon ebenso wie Ministerien der US-Regierung, darunter das Department of Homeland Security, die Defense Intelligence Agency und die Marines.

Die Analysten, die für Stratfor den Nahen Osten beobachten, scheinen besonders schlecht für diese Aufgabe qualifiziert zu sein. Journalisten zufolge, die die Dokumente gesichtet haben, können sie keine andere Qualifikation vorweisen als ein Semester im Ausland studiert zu haben. «Sie haben Google-Übersetzungen benutzt, um Artikel aus al-Akhbar zu lesen!», sagt dazu Jamal Ghosn, Mitherausgeber des libanesischen Blattes. «Das ist ein sicherer Weg, um gut recherchierte Informationen in der Übersetzung verloren gehen zu lassen.»

Mehr Informationen bedeuten mehr Geld

Mike Bonnano von den «Yes Men», einer international agierenden Spassguerilla-Gruppe, deren Mitglieder sich als Unternehmensführer und Regierungschefs verkleiden, um auf Umweltvergehen und soziale Missstände aufmerksam zu machen, war erstaunt darüber, dass seine Gruppe von Stratfor beobachtet worden war. Das Unternehmen hat anscheinend sogar Geld mit dem Verkauf einer Liste verdient, auf der nichts weiter stand als Bonnanos öffentliche Auftritte.

«Wenn sie ihren Kunden gegenüber davon reden, stellen sie es als umfangreicher dar, um mehr Geld damit verdienen zu können», äusserte sich der Yes Man, nachdem Wikileaks ihm das Material vorgelegt hatte. «Wir reden hier nicht von guten Informationen, sondern von viel Information, denn mehr Informationen bedeutet mehr Geld. Das heisst aber nicht, dass sie relevant wäre.»

Journalisten und Aktivisten im Visier

Stratfor ist nicht das erste Unternehmen, das beim Verkauf von irrelevanten oder fehlerhaften Informationen an Regierungsbehörden und multinationale Konzerne erwischt wurde. Der einstige CEO von Gary Federal (einer im kalifornischen Sacramento ansässigen Firma, die ähnliche Dienste anbietet), Aaron Barr, brüstete sich 2010 damit, Informationen über Anonymous könne er problemlos aus den sozialen Medien filtern. Anfang Februar 2011 wurde die Site des Unternehmens dann gehackt, um zu zeigen, dass sie äusserst fehlerhafte Informationen über Wikileaks verkaufte.

Noch beunruhigender aber ist, dass aus dem, was über HBGary Federal bekannt wurde, hervorgeht, dass Stratfor auch versuchte, seine Dienstleistungen über die Sammlung von Informationen hinaus auf das aktive Vorgehen gegen Journalisten und Aktivisten auszuweiten und damit Geld zu machen. Stratfor hat aktiv Aktivisten-Gruppen nachgespürt, die sich gegen den Chemiekonzern Union Carbide engagieren. Unter ihnen Bhopal Medical Appeal, eine kleine, im englischen Brighton ansässigen Non-profit-Organisation, die 2009 zusammen mit den Yes Men vor dem Dow Chemical Büro im britischen Staines eine Protestaktion durchführte.

Die nun veröffentlichten E-Mails deuten darauf hin, dass Dow an diesem Tag seine Büros schloss, um der Konfrontation mit den Protestierenden aus dem Weg zu gehen, nachdem das Unternehmen von Stratfor einen Bericht erhalten hatte.«Warum schnüffelt ein Unternehmen wie Stratfor bei uns herum?», fragt Colin Toogood von Bhopal Medical Appeal. «Das lässt einen wirklich an deren Intelligenz zweifeln. Wie viel das wohl kostet? Wäre es keine bessere PR, die Sache in Bhopal in Ordnung zu bringen?»

Geld-Drehscheibe Schweiz

Julian Assange zufolge legen die E-Mails darüber hinaus offen, dass Stratfor «ein weltweites Netz von Informanten unterhält, die über Schweizer Bankkonten und mit Prepaid Kreditkarten bezahlt wurden – zu ihnen gehörten Regierungsangestellte, Botschaftsangehörige und Journalisten rund um den Globus.» Dies sei «korrupt oder korrumpierend, da es sich bei Stratfor um einen privaten Nachrichtendienst handelt, der für Regierungen und Privatkunden arbeitet».

Stratfor ist Teil einer grossen Branche. Im neuen Buch «Top Secret America» weisen die «Washington Post»-Autoren Dana Priest und William Arkin nach, dass es tausende sogenannter Nachrichtenanalysten gibt, die gleichermassen fragwürdige Informationen an die Regierung weitergeben. Solche Informationen sind selbstverständlich von Natur aus geheim und oft von Regierungsbestimmungen geschützt.

Nichts weniger als eine Untersuchung durch den Kongress wäre erforderlich, Nachforschungen im diesem geheimdienstlich-industriellen Kartell anzustellen, um nicht nur die Qualität der Informationen, sondern auch die Art und Weise zu beurteilen, wie sie beschafft wurden und ob sie dem öffentlichen Interesse dienen oder das genaue Gegenteil der Fall ist.

Das heisst, solange diese Arbeit nicht von Anonymous oder Wikileaks zuerst erledigt wird.

Copyright: Guardian News & Media Ltd 2012; Übersetzung: Holger Hutt

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2.3.2012, 11:44 Uhr

Wikileaks: Privatfirmen spielen CIA

Text

Text: Pratap Chatterjee / The Guardian

  • 02.03.2012 um 11:44
    Wikileaks: Privatfirmen spielen CIA

    Die jüngste Wikileaks-Veröffentlichung enthüllt, wie private Unternehmen spionieren. Ein weltweites Netz von Informanten soll via Schweizer Bankkonten und mit Prepaid-Kreditkarten bezahlt werden – darunter sind laut Wikileaks Regierungsangestellte, Botschaftsangehörige und Journalisten. Erstaunlich ist die oft schlechte Qualität des Materials, mit dem Stratfor viel Geld umsetzt.

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