Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Sa, 25.05.2013

Gesundheitswesen 

21.2.2012, 16:38 Uhr

Pharmafirmen setzen Bundesrat unter Druck

21.2.2012, 16:38 Uhr

Ausländische Pharmahersteller konnten 2011 Währungsgewinne in Höhe von einer halben Milliarde Franken abschöpfen. Schweizer Pharmafirmen hingegen leiden unter dem starken Franken und fordern höhere Medikamentenpreise. Von Urs P. Gasche

Keystone: Pillen zum Glück für die ausländischen Pharmahersteller: Sie profitieren von Währungsgewinnen in der Schweiz.

Pillen zum Glück für die ausländischen Pharmahersteller: Sie profitieren von Währungsgewinnen in der Schweiz. (Bild: Keystone)

Das Feilschen um die Medikamentenpreise beschäftigt den Bundesrat. Die Pharmaverbände Interpharma und Vips verlangen von Bundesrat Berset, die vorgeschriebenen Auslandpreisvergleiche künftig mit einem Wechselkurs zu berechnen, der auf der Kaufkraftparität basiert, anstatt – wie es die geltende Verordnung vorsieht – zum sechsmonatigen Durchschnittskurs von rund 1.21 Franken. Das Bundesamt für Gesundheit BAG schlägt einen Kompromiss von 1.29 Franken vor (Kurs 1.23 plus 6 Prozentpunkte Schwankungszuschlag), wie Andreas Faller, Vizedirektor des BAG «Infosperber» erklärte.

Doch das kommt dem Dachverband Interpharma zu wenig entgegen, weshalb deren Geschäftsführer Thomas Cueni in der «NZZ am Sonntag» dem BAG drohte: Falls es bei der Berechnung von etwa 1.30 Franken bleibe, empfehle die Interpharma ihren Mitglied-Firmen, gegen das BAG juristisch vorzugehen. Der Bundesrat soll diese Woche darüber entscheiden.

Auf dem Spiel stehen in den kommenden paar Jahren Hunderte von Millionen Prämienfranken. Die gültige Verordnung schreibt vor, dass jedes Jahr ein Drittel aller kassenpflichtigen Medikamente einen neuen Preisvergleich mit Deutschland, Österreich, Frankreich, England, Niederlande und Dänemark bestehen müssen. Auf den Durchschnittspreis dieser sechs Länder gewährt das BAG den Firmen noch einen Aufschlag von vier Prozent als «Schwankungsreserve», künftig sollen es sechs Prozent sein.

Supergewinne für die Importeure

Die Stärke des Frankens hat zur Folge, dass die Preise der Medikamente bei jedem neuen Auslandpreisvergleich stark sinken müssten. Letztes Jahr gaben die Kassen für Medikamente fast 5,5 Milliarden Franken aus (einschliesslich Spital-Medikamente). Zwei Drittel dieser Medikamente wurden aus dem Ausland importiert. Deren Preise hat das BAG nicht gesenkt, seit der Wechselkurs auf 1.21 Franken gesunken ist.

Deshalb konnten ausländische Pharmafirmen 2011 in der Schweiz eine halbe Milliarde Franken Währungsgewinne abschöpfen.

Und das Schröpfen kann weiter gehen: Nach geltender Verordnung dürfen sie ihre Medikamente zum Teil noch bis 2014 zum Wechselkurs von, nach Angaben von Andreas Faller, 1.56 verkaufen (inklusive Schwankungsreserve), weil das BAG jedes Jahr nur ein Drittel aller Preise neu festsetzt. Ein beschleunigtes Abschöpfen der Währungsgewinne brächte «mit unseren vorhandenen Ressourcen einen zu hohen Aufwand», meint BAG-Vize Faller. Es gelte auch zu berücksichtigen, dass die Pharmafirmen keine vorgezogenen Preiserhöhungen verlangen können, falls der Franken wieder schwächer wird.

Probleme für Schweizer Produzenten

Probleme schafft der hohe Frankenkurs den Pharmafirmen, welche in der Schweiz produzieren. «Die exportorientierte Pharmaindustrie ist für das Wirtschaftswachstum der ganzen Schweiz von zentraler Bedeutung», sagt der Basler Gesundheitsdirektor Carlo Conti.

Gesundheitsökonomen halten es für effizienter, wenn Standorthilfen direkt mit Steuergeldern gewährt werden, wie im Fall der Novartis-Fabrik in Nyon. Wird Standorthilfe zu Lasten der sozialen Krankenversicherung mit erhöhten Medikamentenpreisen gewährt, können die viel zahlreicheren Importeure von Medikamenten als Trittbrettfahrer massiv profitieren.

Auch Conti ist der Ansicht, dass für mittelständische Familien, die keine Prämienverbilligungen erhalten, die Prämienbelastung «zu einem echten Problem» geworden ist. Deshalb setzt er sich bei den ambulanten Spitalkosten dafür ein, dass die Steuerzahler sich künftig ungefähr mit der Hälfte beteiligen. Das geht aus einer Stellungnahme gegenüber der TagesWoche hervor.

Der Krankenkassenverband Santésuisse wehrt sich dagegen, dass der Bundesrat die Spielregeln der Auslandpreisvergleiche ändert. Sowohl Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz als auch Erika Ziltener vom Dachverband der Patientenstellen können sich eine Entlastung von Schweizer Produzenten höchstens vorstellen, «wenn gleichzeitig die Währungsgewinne auf den importierten Medikamenten sofort und voll den Prämienzahlern zugute kämen».
  • Autor Urs P. Gasche vertritt die Interessen der Prämienzahler in der Eidgenössischen Arzneimittelkommission.

Quelle: Infosperber.ch

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Artikel "Pharmafirmen setzen Bundesrat unter Druck"

    von Dorothee Frei um 22.02.2012 um 09:55Uhr

    Im Artikel von U. Gasche zum Thema "Pharmafirmen setzen Bundesrat unter Druck" wird Regierungsrat Carlo Conti zitiert. Seine Aussagen stammen aus einem Interview aus der Sonntags Zeitung und sind im Artikel, welcher in der Tageswoche abgedruckt wurde, aus dem Zusammenhang gerissen. Seine Forderung nach mehr Steuermittel bezieht sich nicht auf die Pharmaindustrie resp. deren Standortförderung, sondern auf den spitalambulanten Bereich. Seiner Meinung nach muss - wie auch im stationären Bereich - die öffentliche Hand den spitalambulanten Bereich mitfinanzieren.
    Direktlink zum Kommentar

Kommentieren

Informationen zum Artikel

21.2.2012, 16:38 Uhr

Pharmafirmen setzen Bundesrat unter Druck

Text

Text: Urs P. Gasche

  • 08.02.2013 um 06:00
    Millionen-Busse für Nestlé

    Regulierungen lehnen Konzerne im Namen von Konkurrenz und freiem Markt ab. Gleichzeitig hebeln sie Wettbewerb aus, wo sie können.

  • 25.10.2012 um 10:49
    Die Risiken des Ärztebooms tragen die Patienten

    Gesundheitsminister Alain Berset zieht die Notbremse. Doch Santésuisse kritisiert den Zulassungsstopp im Chor mit den FMH-Ärzten.

  • 11.05.2012 um 00:01
    Pharma lullt Politiker ein

    Die höchsten Währungsgewinne unter allen Branchen erzielt die Pharmabranche. Jetzt will sie den grössten Teil davon auf dem Buckel der Patienten in die kommenden Jahre retten – dank kräftiger Unterstützung im Parlament.

Aktuell

sda: Soll - solange sicher - am Netz bleiben: AKW Gösgen (Archiv)

Atomausstieg 

AKW erhalten längere Gnadenfrist von CVP

Zur Vorbereitung der Sommersession haben sich die Fraktionen der Bundesversammlung am Freitag und Samstag versammelt. Sie behandelten Themen von der Bahnfinanzierung über die AKW-Laufzeiten bis hin zum Finanzplatz und dem Steuerstreit mit den USA. Von sda. Weiterlesen

sda: KKJPD-Präsident Hans-Juerg Kaeser:

Asylwesen 

Kantone unterstützen die Revision

Die Kantone stehen hinter der Revision des Asylgesetzes, über die am 9. Juni abgestimmt wird. Damit würden die Verfahren beschleunigt und die Kantone entlastet. Die Änderungen, die seit Anfang Jahr in Kraft sind, erhöhten zudem die Glaubwürdigkeit des Asylsystems. Von sda. Weiterlesen