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Kurt Wyss 

3.2.2012, 00:01 Uhr

Aus dem Foto­archiv von Kurt Wyss: Die Armee lässt grüssen

3.2.2012, 00:01 Uhr

Der «korrekte» Gruss gehört zum A und O der militärischen Ausbildung. Geübt wird nötigenfalls bis zum Krampf in der Hand. Von

Heimlich – und das erst noch vom Krankenzimmer aus – «schoss» der angehende Artilleriefotograf Wyss Kurt als Absolvent der Frühjahrs-RS 1956 in Dübendorf dieses eindrückliche Dokument dienstlicher Umgangsformen.

Heimlich – und das erst noch vom Krankenzimmer aus – «schoss» der angehende Artilleriefotograf Wyss Kurt als Absolvent der Frühjahrs-RS 1956 in Dübendorf dieses eindrückliche Dokument dienstlicher Umgangsformen.(Bild: Kurt Wyss)

Jede Armee im Bestreben, «die beste der Welt zu sein» oder es zumindest noch zu werden, legt enormen Wert auf Automatismen, die auch im Ernstfall noch jederzeit funktionieren. In angedrillter Selbstverständlichkeit gehört dazu als Zeichen der Ehrerbietung und des gegenseitigen Respekts der militärische Gruss. Laut Online-Lexikon Wikipedia wird dieser «durch Anlegen der rechten Hand an den Rand der Kopfbedeckung oder die Schläfe erwiesen, obwohl je nach Situation auch andere Formen des Grusses dem militärischen Gruss entsprechen, beispielsweise der Gruss durch Blickwendung in einer Formation».

Da die Armeebestände in Europa nach dem mehr oder minder sanften Hinschied diverser Feindbilder zum Teil geradezu dramatischen Sparschrumpfungsattacken ausgesetzt waren, fühlt sich auch in der Schweiz längst nicht mehr jeder zum Dienst am Vaterland und damit zur Instruktion spezifisch militärischer Umgangsformen be- und gerufen. Und so scheint es nur zweck- und damit wehrdienlich, das uniforme helvetische Grusswesen ein vielleicht letztes Mal in Erinnerung zu rufen. Könnte ja sein, dass die traditionelle Grussform der Armee plötzlich in Vergessenheit gerät und quasi über Nacht durch das heutzutage allgemein gängige und auch von integrationswilligen Zuzügern leicht nachzuvollziehende «Hallo», «Hallo Alter» oder «Hey Scheff» ersetzt wird.

Links grüssen ist verboten

Zum Glück hat Wikipedia das ordonnanzkonforme Schweizer Grussverhalten enzyklopädisch für die Nachwelt wie folgt konserviert. «In der Schweizer Armee kann die Ausführung des Grusses auch unter Gleichrangigen zur Anwendung kommen. Wenn der Grüssende sitzt (am Schreibtisch, im Fahrzeug etc.) bzw. wenn er in der rechten Hand etwas hält, nimmt er einfach kurz eine sehr aufrechte Position an und drückt die Brust ein bisschen nach vorne. Das Grüssen mit der linken Hand ist untersagt.»

Und weiter: «Treffen sich zwei Angehörige der Armee (kurz: AdA), ist es üblich, dass der Rangniedere zuerst grüsst. Man geht normal aneinander vorbei, legt die Hand an und sagt ein knappes: Grüezi/Grüessech Herr Oberst etc. oder nur Grüezi bzw. Grüessech. Grüssen ist eine Frage des Anstandes, und so kann auch ein ranghöherer AdA zuerst grüssen, was allerdings eher selten ist. In jedem Fall geht das Grüssen des Ranges dem Grüssen der Person vor.»

Was lernen wir daraus? Viel ist es nicht. Der letzte Satz allerdings könnte nicht nur einem in Ehren ausgedienten Milizsoldaten zu denken geben. Grüssen des Ranges vor Grüssen der Person – und das bei uns in der Schweiz? Da lässt ja auch Gessler noch grüssen.

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Fotografie, Armee, Fotoarchiv Kurt Wyss

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3.2.2012, 00:01 Uhr

Aus dem Foto­archiv von Kurt Wyss: Die Armee lässt grüssen

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Text:

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