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TagesWoche

Tages Woche

Sa, 25.05.2013

Probenbesuch Charivari 

24.1.2012, 14:53 Uhr

Mit Blocher, Trommeln und Trompeten

24.1.2012, 14:53 Uhr

Fast die gesamte Basler Regierung lässt sich auf die Bühne bitten, sogar Christoph Blocher ist an einem Abend mit von der Partie; trotzdem beklagen sich die Veranstalter der Vorfasnachtsveranstaltung Glaibasler Charivari, die am Samstag Premiere haben wird, über einen eher schleppenden Vorverkauf. Von Dominique Spirgi

«Helm uff»: Prolog des Charivari 2012

«Helm uff»: Prolog des Charivari 2012 (Bild: Dominique Spirgi)

«Ihr hännd jo glyy, e regelrächti Angscht-Phobie», wirft die gepflegte mittelalterliche Dame der kleinen Menschengruppe auf der Bühne an den Kopf. Mit Helm, Ohren- und Nasenschutz, Hand- und Sicherheitsschuhen wappnen sie sich gegen die allgegenwärtige Gefahr: «Helm uff bi jedere Glägeheit», lautet deren Devise, denn: «S gitt niene, niene Sicherheit».

Das Glaibasler Charivari lud am Dienstag die Medien zum Probenbesuch ins Volkshaus, wo die Tochter aller Vorfasnachtsveranstaltungen am Samstag Premiere feiern wird. Viel Probe gab es allerdings nicht zu sehen, lediglich den Prolog, der hier natürlich noch nicht abschliessend bewertet werden soll. Nur soviel: Es geht offensichtlich um das angeknackste Sicherheitsgefühl der Baslerinnen und Basler. Der Prolog dürfte zu den Programmteilen zu zählen sein, der, um die Worte von Regisseur Danny Wehrmüller zu benützen, zu den «ein bisschen besinnlichen Stücken» gehört. Ein bisschen mehr Biss würde aber dem Prolog vielleicht nicht schlecht anstehen; aber wie erwähnt, es handelte sich um eine Probe, die definitve Kritik hat bis zum Premierenabend zu warten.

Talkgast Blocher

Dennoch mussten die Charivari-Verantwortlichen bereits im Vorfeld Kritik einstecken; namentlich wegen der Einladung von Politikern als Talkgäste – neben fünf Basler Regierungsräten kommt auch der in Basel nicht ganz so beliebte Nationalrat Christoph Blocher von der SVP zum Zug. In einem Kommentar in der «Basellandschaftlichen Zeitung» war der ehemalige Basler SP-Präsident Roland Stark mit den Veranstaltern deswegen hart ins Gericht gegangen («Gedankenlosigkeit, Quotengeilheit oder politisches Kalkül – die Einladung ist im aktuellen Umfeld auf jeden Fall unentschuldbar»). Programmchef Erik Julliard gab sich am Medienanlass keine Mühe, seinen Missmut darob zu verbergen.

Wenig erfreut zeigte sich der ansonsten so erfolgsverwöhnte Gründer und Impresario des stets ausverkauften Basel Tattoo auch über den bisherigen Ticketabsatz beim Charivari: «Der Stand des Vorverkaufs ist eine grosse Enttäuschung», sagte Julliard. Oder etwas positiver formuliert: «Es sind für alle Vorstellungen und praktisch alle Platzkategorien noch Tickets erhältlich.» Also auch für den Abend mit Blocher als Talkgast. Um welchen es sich handelt, wollte Julliard nicht verraten: «Das Publikum soll sich überraschen lassen.» Für alle aber, die sich diese spezielle Überraschung nicht oder erst recht entgehen lassen möchten, hat die Gratiszeitung «Blick am Abend», ebenfalls nicht ganz zur Freude der Veranstalter, das Geheimnis bereits gelüftet.

Klamauk, Besinnliches und viel Fasnachtsmusik

Neben der Talkreihe setzt das Charivari auf die bewährte Mischung aus Rahmestüggli (viel Klamauk aber auch Besinnlicheres), Schnitzelbängg (D Gwäägi und D Schlyffstai), eine Guggemusik (Negro-Rhygass) sowie natürlich auf traditionelle (VKB und die Spitzentrommler aus den Ruesser 89) sowie etwas speziellere Fasnachtsmusik (mit der Charivari-Pfyffergrubbe und TSAG). TSAG steht als Abkürzung für Top Secret Alti Garde, also für die Veteranen der international erfolgreichsten Basler Trommlerformation. Mit dabei überdies die Basel Dance Academy, die zu Piccolobegleitung Ballett tanzen wird, sowie eine Rockgruppe als Fusionpartner für Trommler und Pfeifer.

 

Glaibasler Charivari 2012

28.01. bis 11.02.2012, jeweils 20.00 Uhr

Ticket: www.charivari.ch

 

 

 

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Charivari ohne Blocher

    von Manfred Baumgartner um 24.01.2012 um 17:56Uhr

    Eigentlich schäme ich mich ein wenig, dass ich so eng denke. Aber, wenn ich ehrlich sein will: mein Fasnachtsherz kann nicht mit Freude schlagen, wenn ich Blocher auf der Bühne sehen würde. Bei Blocher und seiner Entourage hört bei mir der Spass auf. Anstatt als Gag wird er zum Stimmungskiller. Und das Killen liegt dem Herrli vom Berg im Blut. Er soll doch daheim bleiben und auf den Besuch in Basel verzichten. Ich meinerseits verzichte auf einen Besuch des Charivari - sorry.
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  2. Charivari ohne Blocher

    von Willy Dingeldein um 24.01.2012 um 18:05Uhr

    Ich bin exakt der gleichen Meinung wie Manfred Baumgartner! Buchstäblich jedes (!) Jahr tauchen diese Leute an der Basler Fasnacht wieder auf. Es gibt doch in Zürich und Umgebung auch eine schöne Fasnacht. Ich habe es schon selbst gesehen. Warum bleibt Herr Blocher nicht dort und lässt uns in Ruhe? Wenn er wenigstens den Toni mit den Treicheln schicken würde...
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  3. Nach der BloZ und Tele-Blocher jetzt auch noch Blochervari

    von Gaby Burgermeister um 24.01.2012 um 20:08Uhr

    Vielleicht haben wir Glück, und der Chef-Demagoge der SVP kommt zum Schluss, es sei an diesem Abend gerade die Zeit zu schweigen oder gar nicht erst aufzutreten.
    Zu befürchten ist allerdings, dass er die Chance nutzen wird, einmal mehr seine politischen Gegner zu diffamieren und lächerlich zu machen. Wer immer ihn und die fünf Basler Regierungsräte als Talk-Gäste ans Charivari eingeladen hat, ist wohl nicht ganz bei Trost. Die Regierungsräte werden Wahlkampf betreiben, und Blocher wird eine weitere Plattform für seine Halb- und Unwahrheiten geboten. Reicht es denn noch nicht, wenn er sie in seiner Zeitung und seinem Propagandaheftli, an der Albisgüetlishow und auf Tele-Blocher verbreitet? Und für die Regierungsräte gibt es Telebasel.
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  4. zuviel des Guten

    von Fredy Born um 25.01.2012 um 13:22Uhr

    Ich weiss ja, dass an der Fasnacht einiges erlaubt ist und es oft auch einen besonderen Humor braucht. Aber Blocher an der Basler Fasnacht ist jetzt für meinen Geschmack eindeutig "daneben". So viel Humor dass ich Blocher im Charivari ertrage, habe ich nicht
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  5. So, so! Charivari....

    von Robert Minder um 25.01.2012 um 18:58Uhr

    mit dem Briefträger von Herrliberg. Danke, ich verzichte
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  6. Charivari ....Blocher + Co.

    von Meinrad Schmid um 25.01.2012 um 20:48Uhr

    Roland Stark hat Recht... vom Fricktal aus gesehen sind viele Fasnächtler rechts und von ausserhalb. Die bilden den Schnitt der Bevölkerung nicht ab!
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  7. Rettet Basel - boykottiert die Fasnacht!

    von Inaktiver Nutzer um 26.01.2012 um 00:09Uhr

    Blocher im Charivari. Blocher auf einem Zeedel. Blocher im Schnitzelbangg. Blocher auf einer Laterne. Schlimm! Schlimm! Schlimm! Da gibt es nur eines: Fasnachtsboykott!
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  8. Ist Basel noch zu retten?

    von ThommyW um 26.01.2012 um 07:41Uhr

    Zuerst d'Läggerli, dann die BaZ, dann die Fasnacht und zuletzt der FCB? Basilea, quo vadis?
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  9. Blocher-City

    von Urs Baumann um 7.02.2012 um 23:19Uhr

    Ich habe gedacht, es sei ein verfrühter Aprilscherz, dass Blocher an einer Talkshow anlässlich des Charivari teilnimmt. Es muss wohl eine Zeitungsente sein. Wie konnte der Whistleblower von Bern und Bazinator ans Charivari eingeladen werden. Hoffentlich wird bekannt, wer ihn eingeladen hat. Schande über das Charivari und Schande ... nein ich schreibe nichts mehr. Ich will nicht noch mehr meine Fassung verlieren. Urs Baumann
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  10. das letzte was ich mir wünsche...

    von Fredy Born um 8.02.2012 um 13:40Uhr

    Es blochert ja leider genug in letzter Zeit. Eine Fasnacht ohne Blocher als Gast wäre mir angenehmer gewesen. Also diesen Herrn muss ich mir nicht auch noch während der Fasnacht gefallen lassen.
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Informationen zum Artikel

24.1.2012, 14:53 Uhr

Mit Blocher, Trommeln und Trompeten

Text

Text:

  • 23.05.2013 um 14:32
    Wochenstopp: Wildwuchs

    Das Festival Wildwuchs erweitert im sechsten Jahr sein thematisches Spektrum.

  • 16.05.2013 um 12:00
    «Die Zeit sitzt uns im Nacken»

    Martin Wigger, Tomas Schweigen und Simon Solberg sollten das Schauspiel des Theater Basels ein Jahr lang interimistisch führen. Jetzt ist Solberg weg, und Wigger und Schweigen können für zwei weitere Jahre planen. Wie lebt es sich im künstlerischen Provisorium?

  • 07.05.2013 um 18:37
    Das Theater Basel lüftet den Vorhang

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