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TagesWoche

Tages Woche

Do, 17.05.2012

Causa Hildebrand 

8.1.2012, 08:34 Uhr

Hildebrand sagte die Wahrheit, Informant wollte gar nicht an die Medien

8.1.2012, 08:34 Uhr

Der E-Mail-Beweis ist da: Es war nicht Philipp Hildebrand, sondern seine Frau, die den Kauf von Dollars bei der Bank Sarasin in Auftrag gegeben hat. Von David Bauer

Sie, nicht er, hat die fraglichen Dollars gekauf: Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand mit Frau Kashya

Sie, nicht er, hat die fraglichen Dollars gekauf: Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand mit Frau Kashya(Bild: Sabine Wunderlin/SonntagsBlick)

Kashya Hildebrand, die Frau des Nationalbankpräsidenten, hat den kritischen Auftrag zum Kauf von US-Dollars am 15. August an die Bank Sarasin gegeben. Dies schreibt die SonntagsZeitung, die nach eigenen Angaben Einsicht in das entsprechende E-Mail hatte. Damit wird die Aussage von Philipp Hildebrand bestätigt: Dieser hatte an der Medienkonferenz am 5. Januar mit Nachdruck erklärt, dass seine Frau, und nicht wie die Weltwoche geschrieben hatte: er selber, den Kaufauftrag erteilt habe.

E-Mail wird morgen offengelegt

Der genaue Wortlaut des E-Mails laut SonntagsZeitung: «Lieber Felix, wie besprochen möchten wir unsere FX-Position von 31 auf 50 Prozent erhöhen.» Mit Felix ist der Kundenberater der Familie Hildebrand bei der Bank Sarasin gemeint, mit FX sind Fremdwährungen gemeint.

Zwei Dinge fallen auf: 1. Kashya Hildebrand schreibt im Plural, was man dahingehend interpretieren kann, aber keinesfalls muss, dass der Auftrag mit ihrem Mann abgesprochen gewesen sei (laut SonntagsZeitung sagen mehrere Quellen, dass dies nicht der Fall gewesen sei und Hildebrand nichts vom Auftrag wusste). 2. Der Auftrag bezieht sich nicht auf einen konkreten Dollarbetrag, der zu kaufen sei, sondern es geht um den relativen Dollaranteil am Portfolio der Hildebrands. Auch dies bestätigt eine Aussage, die Hildebrand an der Pressekonferenz gemacht hatte, nämlich dass die Familie Hildebrand ihre flüssigen Mittel jeweils etwa hälftig in Dollar und Schweizer Franken anlegt und dieser Auftrag dazu gedacht gewesen sei, dieses Verhältnis wiederherzustellen.

Gemäss Der Sonntag will Philipp Hildebrand das E-Mail morgen den Parlamentariern der nationalrätlichen Wirtschaftskommission offenlegen. Auch Bankratspräsident Hansueli Raggenbass und Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf würden an der Kommissionssitzung teilnehmen.

Selbstmordversuch des Informanten?

Auch über den Gesundheitszustand des Informanten, der die ganze Geschichte ins Rollen gebracht hatte, wird Neues, teilweise Widersprüchliches bekannt. So schreibt die SonntagsZeitung unter Berufung auf mehrere unabhängige Quellen, der IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin habe einen Selbstmordversuch unternommen. Er befinde sich aktuell in der geschlossenen Abteilung des Kantonsspitals Münsterlingen TG. Bisher war lediglich bekannt, dass der Informant sich nach der Selbstanzeige bei der Polizei und seiner Entlassung durch die Bank Sarasin in psychiatrische Behandlung begeben habe.

Die NZZ am Sonntag dagegen schreibt, er habe «Suizidabsichten geäussert» und sei deshalb hospitalisiert worden, Der Sonntag schreibt, sein Zustand sei «gravierend». Der Sonntagsblick schreibt von «unbestätigten Gerüchten», welche die Runde machen würden, dass der Informant einen Suizidversuch unternommen hätte.

Informant wollte nicht an die Medien

Der SonntagsBlick nimmt die Absichten des Informanten in den Fokus. So wollte dieser gemäss zwei anonymen Quelle eine juristische Abklärung der Angelegenheit, nicht aber, dass sie an die Öffentlichkeit gelange. Er fühle sich hintergangen, nachdem Hermann Lei, der Anwahlt, dem er sich anvertraut hatte, die Kontoauszüge der Weltwoche zugespielt hatte.

  1. Der betrogene Informant

    von Robert Minder um 8.01.2012 um 10:56Uhr

    Der stramme Parteisoldat der sein Idol mit gestohlenen Bankkundendaten munitioniert hat, wird eine Jahrhundert alte Weisheit am eigenen Leibe schmerzlich erfahren!
    "Man liebt den Verrat, nicht aber den Verraeter"!
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  2. "Verdienst" der Weltwoche?

    von Urs Engler um 8.01.2012 um 15:15Uhr

    Die hinterhältige Brunnenvergiftung der Weltwoche widert mich zutiefst an. Hier wurden korrekte und ehrliche Personen als „Gauner“ vorsätzlich massiv mit Dreck beworfen.
    Umso ärgerlicher ist die Erkenntnis, dass wohl dennoch der Beitrag dieses Blattes ursächlich dafür ist, dass die Nationalbank nun ihr einschlägiges Reglement massiv verschärft, eingehendere Überprüfungen anordnet etc. Dies geht zum Teil über das hinaus, was in Politik und Medien allgemein gefordert worden ist.
    Die Frage ist: Würde all dies auch geschehen, wenn die Daten nicht gestohlen worden wären oder es beim dürren Kommuniqué der Nationalbank geblieben wäre?

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  1. Hoffnung

    von Marianne Känzig um 8.01.2012 um 09:48Uhr

    Ich hoffe, dem Informanten kann geholfen werden.
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  2. Der betrogene Informant

    von Robert Minder um 8.01.2012 um 10:56Uhr

    Der stramme Parteisoldat der sein Idol mit gestohlenen Bankkundendaten munitioniert hat, wird eine Jahrhundert alte Weisheit am eigenen Leibe schmerzlich erfahren!
    "Man liebt den Verrat, nicht aber den Verraeter"!
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  3. Ein weiteres Opfer eines SVP-Feldzuges

    von Reto um 8.01.2012 um 11:13Uhr

    Es scheint so, dass die SVP auch bei diesem Feldzug ohne Rücksicht auf Verluste gehandelt hat, nur um jemandem zu schaden, der Herrn Blocher nicht genehm ist. Eine Unglaublichkeit mehr der selbsternannten Erhalter der 'schweizer' Werte.
    Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass Blocher in Kauf nimmt mit der SNB die gesamte Schweiz zu schwächen nur um sein Ego auszuleben, wird das Ganze noch unheimlicher.
    Sind wir doch gespannt, wie weit dieser Mann - der notabene ja auch einmal Bundesrat war - noch weiter bereit ist zu gehen, um der Schweiz aus egozentrischen Gründen zu schaden. Mir schwant Böses...
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  4. Es stinkt doch das Ganze

    von Patrick Lautenschlager um 8.01.2012 um 12:13Uhr

    Interessant, wie da versucht wird, eine Person fertig zu machen. Spannend finde ich den Leitartikel der BaZ: Schwefel liegt in der Luft.
    Früher gabs ja den Spruch: Wer ihn zu erst gerochen, dem ist er aus dem A...gekrochen. Selten, dass so ein blöder Spruch so nah an die Wahrheit kommt:-)
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  5. Manipulation

    von Wahrsager um 8.01.2012 um 12:26Uhr

    Der Mann wurde manipuliert. Eine ganze schlimme Sache. Habe dasselbe Spiel am eigenen Leib erfahren. Zum Glück mit gutem Ausgang!
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  6. Man stelle sich den massiven Druck vor, ...

    von Thomas Blauen um 8.01.2012 um 13:40Uhr

    ... unter den der IT-Mann der Bank Sarasin gestellt wurde. Der wurde doch krank, weil ihm der Kontakt zu Blocher aufgezwungen wurde. Gleichzeitig wusste er, dass er dafür seine Stelle und seinen guten Ruf verlieren würde.
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  7. Fall Hildebrand

    von trefas um 8.01.2012 um 14:16Uhr

    Es ist erstaunlich, wie wenigen Journalisten auffällt, dass sie schon wieder der SVP auf den Leim gekrochen sind. Systematisch hat sie versucht, Bundesrat, Justiz und nun die Nationalbank zu unterwandern und sturmreif zu machen. Das machen andere Rechtsparteien in Europa schon lange vor, in jüngster Zeit in Ungarn. SVP Parteimitglieder sind offenbar nur noch ihrer Partei gegenüber loyal, nicht aber ihren Arbeitgebern. Das ist der eigentliche Skandal. Diejenigen, die in der Tradition der ehemaligen Kommunistenfresser stehen, müssen sich nun die Frage gefallen lassen, ob ihre Parteimitgliedschaft ein Ausschlusskriterium für sensible Posten ist...
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  8. Emails und andere Probleme

    von Dana Winvalley um 8.01.2012 um 14:27Uhr

    Ich wünsche mir eigentlich schon lange eine Onlinezeitung, die der Schnelllebigkeit des Internets trotzt und sich Zeit nimmt, Beiträge vernünftig durchzulesen und nach Orthografiefehlern durchzusehen.

    Das mag jetzt besserwisserisch klingen, ja, aber wenn man schon "das Email" schreiben will (was in der Schweiz durchaus als richtig gilt), dann bitte konsequent und ohne Abschweifer zur "etwas deutscheren" femininen Form. In jedem Fall heisst es aber E-Mail mit Bindestrich; sollte man sich auf die weltmännisch wirkender Form des Englischen berufen wollen, würde es dann email oder e-mail (also klein) heissen. Email ist (ausser am Satzanfang) einfach immer falsch, wenn vom elektronischen Postversand gesprochen werden möchte. ;)

    Um auch noch etwas zur Diskussion beizutragen: Ehrlich gesagt hat die Schweizer Politik wirklich weitaus schwerwiegendere Probleme zu lösen, als die Organisation einer SNB-Intrige. Diese Energie könnte effektiver genutzt werden. Das nervt einfach nur. Da stehen wohl wieder mehr oder weniger persönliche und vor allem parteiwirtschaftliche Gründe dahinter. So etwas können wir nicht gebrauchen. Da liegt Birgit Steinegger mit ihrer Politik-Satire von gestern Abend wirklich goldrichtig.
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  9. "Verdienst" der Weltwoche?

    von Urs Engler um 8.01.2012 um 15:15Uhr

    Die hinterhältige Brunnenvergiftung der Weltwoche widert mich zutiefst an. Hier wurden korrekte und ehrliche Personen als „Gauner“ vorsätzlich massiv mit Dreck beworfen.
    Umso ärgerlicher ist die Erkenntnis, dass wohl dennoch der Beitrag dieses Blattes ursächlich dafür ist, dass die Nationalbank nun ihr einschlägiges Reglement massiv verschärft, eingehendere Überprüfungen anordnet etc. Dies geht zum Teil über das hinaus, was in Politik und Medien allgemein gefordert worden ist.
    Die Frage ist: Würde all dies auch geschehen, wenn die Daten nicht gestohlen worden wären oder es beim dürren Kommuniqué der Nationalbank geblieben wäre?

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  10. Hildebrand sagte die Wahrheit...

    von Paul Gass um 8.01.2012 um 21:02Uhr

    Wenn die Ostschweizer SVP-Exponenten und ihre Handlanger krampfhaft Lügner, Gauner und Spekulanten suchen, hätte ich da noch einige Tipps in ihrer unmittelbaren Nähe........
    (Entschuldigung für den Tippfehler beim ersten Versuch)
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Informationen zum Artikel

8.1.2012, 08:34 Uhr

Hildebrand sagte die Wahrheit, Informant wollte gar nicht an die Medien

Text

Text: David Bauer

  • 16.05.2012 um 14:32
    Hampelmann als Held: Yann Sommer macht den FCB zum Cupsieger

    Mit 4:2 im Penaltyschiessen (1:1 nach Verlängerung) gegen den FC Luzern holt der FC Basel seinen elften Sieg im Schweizer Cup und nach der Meisterschaft das 5. Double. Held des Elfmeterschiessens war FCB-Torhüter Yann Sommer, der zwei Luzerner Penaltys parierte.

  • 11.05.2012 um 00:01
    Vorsicht, Velofallen!

    Von wegen «Velostadt»: Über 100 Velofallen hat die TagesWoche-Community aufgelistet und in einer Karte verzeichnet. Und die Liste wächst laufend weiter. Sehen Sie die tückischsten und gefährlichsten Stellen für Velofahrer in Bild und Film – und helfen Sie mit, Basel wirklich zur velofreundlichsten Stadt der Schweiz zu machen!

  • 13.04.2012 um 00:01
    Die Piraten machen klar zum Ändern

    In Deutschland stürmt die Piratenpartei die Parlamente, nun soll die Schweiz folgen. Erste Station: das Basler Rathaus.

  • 17.05.2012 um 13:23
    Dialog-Seite
    Zum Artikel: TagesWoche mit neuem Design und ausgebauten Funktionen

    Liebe Eldorado Auf unserer neuen Dialogseite: http://www.tageswoche.ch/dialog finden Sie sämtliche neuen Kommentare und Communitymitglieder. Das ist quasi die Luxusvariante des Kästchens auf der Startseite. Dass ein komplett neues Design etwas Angewö...

  • 17.05.2012 um 12:40
    Wir bleiben beta
    Zum Artikel: TagesWoche mit neuem Design und ausgebauten Funktionen

    Wie im ersten Abschnitt beschrieben: Das beta war nie als Entschuldigung gemeint. Vielmehr ist es unser Bekenntnis dazu, dass wir uns laufend verbessern und neuen Gegebenheiten anpassen müssen. Darum behalten wir den beta-Wimpel gerne am Logo.

  • 14.04.2012 um 18:04
    Gastbeitrag
    Zum Artikel: Redesign und TagesWoche-App kommen bald

    Besagten Gastbeitrag würden wir gerne bei uns lesen. Also nur zu. Sie wissen ja, wie Sie uns erreichen.

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