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TagesWoche

Tages Woche

Do, 17.05.2012

Die Wochendebatte Soll die Basler Kaserne seitlich aufgebrochen werden?

Das Thema

Geht es nach der Basler Regierung, dann soll ein Zahn aus dem Kasernen-Gebiss herausgeschlagen werden und ein Durchgang zum Rhein geschaffen werden. Thomas Kessler, Leiter Kantonsentwicklung befürwortet diesen Schritt, Christoph Meury, der Leiter der Theaters Roxy, hält in unserer Wochendebatte dagegen.

Die Positionen

Portrait Thomas Kessler

JA

Thomas Kessler, Leiter Kantonsentwicklung Basel-Stadt

Portrait Christoph Meury

NEIN

Christoph Meury, Leiter Theater Roxy Birsfelden

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  1. Von der Denkmalpflege erwünscht

    von Robert Schiess um 9.12.2011 um 12:03Uhr

    Dies ist leider nicht so. Die Politik hat unter dem Druck der anstehenden Initiative die Denkmalpflege "gebeten", abzuklären, wie die von vielen - nicht von allen - gewünschte Öffnung realisiert werden kann. Die Denkmalpflege hat dem Druck nachgegeben und widerwillig dem Abbruch des "WC-Traktes" zugestimmt. Es ist also falsch zu berichten, diese Öffnung sei von der Denkmalpflege erwünscht....
    Der Kopfbau der Kaserne samt WC-Trakt und den übrigen Gebäuden (ausser der Turnhalle) stammen von Johann Jacob Stehelin d.J., der u.a. auch die Post, das Gerichtsgebäude Bäumleingasse, die Kunsthalle und den Schilthof (nach Plänen aus Paris?) baute. Er ist wohl einer der wichtigsten Basler Architekten des 19.Jh.. Der Wunsch der Regierung bedeute ein Teilabbruch dieses denkmalwüridgen Baues. Da man die Westfassade der Klingentalkirche nicht kennt, bedeutet der Abriss des "WC-Traktes" auch, dass eine Rekonstruktion der Westfassade der aus dem 13. Jh. stammenden Kirche vorgenommen werden muss. Dafür aber gibt es keine Pläne und m.W. nur rudimentäre Zeichnungen - Die Rekonstruktion wird also unbewiesene Hypothese sein, die sich nicht auf denkmalpflegerisch bedeutsame Grundlagen stützen kann - ein Vorgang, der denkmalpflegerisch höchst fragwürdig ist.
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  2. Nutzung der Kaserne

    von Robert Schiess um 9.12.2011 um 12:09Uhr

    Ja, solange nicht feststeht, wie der Kopfbau genutzt werden soll, solange sind bauliche Massnahmen fehl am Platz.
    Zur Nutzung des Kirchbaus: Die Künstlerateliers sind eine zurückhaltende Nutzung dieses Baus, denn sie greift nicht in die Bausubstanz ein. Andere Nutzungen (welche?) aber bedeuten, dass in genau in die Bausubstanz des über 700 Jahre alten Baus eingegriffen werden muss. Jüngste Untersuchungen haben ergeben, dass sich da u.a. noch gotische Malereien befinden...
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  3. Kaserne öffnen? Nein und Ja!

    von sabin bally um 9.12.2011 um 12:46Uhr

    Unbedingt befürworte ich einen Durchgang zum Rhein. Jedoch scheint es mir ebenso wichtig, dass die unangenehmen Fragen beantwortet werden, die Christoph Meury anspricht. Weder frei verfügbare Parkplätze, noch subventionierte Ateliers sind noch zeitgemäss.
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  4. Öffnung nein

    von Ursula Freiburghaus um 12.12.2011 um 11:44Uhr

    Die Argumente von Komet für die Öffnung sind genau meine Argumente gegen die Öffnung. Ich finde nicht, dass das Areal im Sommer noch mehr an Attraktivität gewinnt, wenn die zahlreichen Besucher der Riviera ins Areal hineingespült werden. Die Abgrenzung zum Bratwurstgrill am Rheinufer ist wohltuend und erholsam. So bleibt einem die Wahl zwischen zwei Stimmungen und das macht es für mich viel attraktiver.
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  5. Verantwortung übernehmen

    von Pascal Biedermann um 12.12.2011 um 12:06Uhr

    Ja, es braucht den seitlichen Durchbruch! Aber das reicht nicht aus, um das Kasernenareal weiterzubringen. Soweit scheinen wir uns alle einig.
    Was macht ein kreatives Umnutzungsprojekt erfolgreich? Es sind Ideen, Mut, Engagement und viel Herzblut. Diese Komponenten entstehen und wachsen mit dem Projekt und basieren in höchstem Mass auf Eigenverantwortung. Ohne Eigenverantwortung keine Dynamik! Überträgt man diese These auf das Kasernenareal, sieht es düster aus. Wer trägt die Verantwortung? Seit jeher verderben zu viele Köche den Kasernenbrei. Das Schlimmste daran ist, dass diese nicht einmal der Küche stehen.
    Zur Debatte: Natürlich hat Meury Recht, wenn er sagt, dass zuerst „unangenehmen“ Fragen beantworten werden müssen. Aber bitte verbindlich. Und als Grundlage für Entscheidungen und Handlungen im Sinne der Weiterentwicklung nach der Idee „Brutstätte“.
    Und auch Kessler hat Recht wenn er sagt, man muss Zeichen setzen um zu neuen Ufern aufzubrechen. Und dann? Machbarkeitsstudie, Nutzungskonzeption und Wettbewerb – das klingt nicht sehr dynamisch, aber man begibt sich wenigstens auf die Suche nach Verantwortungsträgern.
    An welchen Köche auch immer diese Worte zu richten sind: Beantwortet „Meurys Fragen“! Setzt ein Zeichen mit der seitlichen Öffnung! Die Baumaschinen und die Antworten werden einiges an Dynamik freisetzen. Setzt eine verantwortliche Person oder Trägerschaft ein! Gebt ihr Freiheiten und einen klaren Auftrag! Braucht es dazu wirklich noch Studien und Wettbewerbe?

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  6. Guter Diskurs

    von Karl Linder um 13.12.2011 um 17:35Uhr

    Vorab: Die beiden Verfechter duellieren sich auf einem guten Level; So wünscht man sich eine Auseinandersetzung auf dem politischen Parkett. Die Meinungen widersprechen sich nicht grundsätzlich. Ich habe nun bis zuletzt gewartet und votiere für eine seitliche Öffnung, wenngleich eine breitere an der Front deutlich mehr Sinn machen wird für eine gesamtheitliche Attaktivität. Aber auch klare Konzepte sind gefragt. Zwei Punkte scheinen mir noch wichtig. Wir haben in Basel häufig eine Verhinderungslogik. Diejenigen, welche dann kumuliert mit Besitzstandswahrung gute Projekte verhindern, setzen sich durch. Kleinstmieter plus Tattoo-Umfeld > 50 % lautet dann die Gleichung. Und das zweite ist: Bestandene Kultursubventionsempfänger manövrieren sich in die Pole-Position der Fleischtöpfe, wenn es was neu zu veranstalten gibt, anstatt man unverbrauchte, aber durchaus erfolgreich agierende Gruppierungen mal ans Werk lassen würde. Mir fällt da z.B. das 'Hinterhof' als positive Erscheinung ein des laufenden Jahres, aber auch die Kultur-Division vom Parterre. Vielleicht ist dies schon ein Schritt zu weit nach vorne gedacht; Aber ich schreibe dies hier deshalb, weil es idealerweise darum geht, dass bei einem Kulturellen Zentrum auf der Kaserne verschiedene Akteure (durchaus in Konkurrenz zueinander) ihre Chance erhalten sollten. Das öffnet das Feld dann nicht nur baulich, sondern auch für die verschiedenen Gruppen der Gesellschaft. Alle sollen sich in Zukunft wohlfühlen auf der Kaserne, das sollte der Anspruch eines Konzepts bzw. der Jury sein, welche den Mietermix zusammenstellt.
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  7. Nutzung der Kaserne. Kommentar Sabin Bally.

    von René Reinhard um 14.12.2011 um 09:29Uhr

    Da wird bemerkt, dass «weder frei verfügbare Parkplätze, noch subventionierte Ateliers noch zeitgemäss sind». Soso? Bei den Parkplätzen, ok. Aber bei den subventionierten Ateliers? Der RFV will Subventionen; die Kaserne Basel, das Kulturbüro Basel, das Architekturmuseum usw. bekommen sie schon. Alles schreit und schreibt nach und um staatliche Unterstützung, aber bei den Ateliers, da ist es nicht mehr zeitgemäss. Grossartig!
    Doch wenn ich die Sponsorenliste des Theater Roxy anschaue, ginge es nicht auch ohne?
    Nein, nein, nein, sage ich auch da!
    Zurück zur Kaserne und den Ateliers: Ich denke das «Problem» dabei sind nicht die «Hilfsgelder», sondern, ich sag's mal salopp, die «Vergreisung» der zum Teil jahrelangen Mieter. Sorry Leute! Denn ich kenne einige junge Kunstschaffende, die froh wären sie hätten so eine günstige, d.h., aber meist subventionierte, Werkstätte. Weshalb mich das kümmert? Weil ich vor vielen Jahren, ach was Jahrzehnten, zusammen mit H.U. Reck, heute Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln, im Saustall «Rossstall» Karette um Karette mit Dreck füllte, den Raum säuberte, bevor dann, allerdings einiges später, die «Kulturverwalter» kamen und sich «rein setzten», in die «gute, gemachte, gereinigte Stube». Seither interessiert es mich halt, was dort «abgeht».
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  1. Von der Denkmalpflege erwünscht

    von Robert Schiess um 9.12.2011 um 12:03Uhr

    Dies ist leider nicht so. Die Politik hat unter dem Druck der anstehenden Initiative die Denkmalpflege "gebeten", abzuklären, wie die von vielen - nicht von allen - gewünschte Öffnung realisiert werden kann. Die Denkmalpflege hat dem Druck nachgegeben und widerwillig dem Abbruch des "WC-Traktes" zugestimmt. Es ist also falsch zu berichten, diese Öffnung sei von der Denkmalpflege erwünscht....
    Der Kopfbau der Kaserne samt WC-Trakt und den übrigen Gebäuden (ausser der Turnhalle) stammen von Johann Jacob Stehelin d.J., der u.a. auch die Post, das Gerichtsgebäude Bäumleingasse, die Kunsthalle und den Schilthof (nach Plänen aus Paris?) baute. Er ist wohl einer der wichtigsten Basler Architekten des 19.Jh.. Der Wunsch der Regierung bedeute ein Teilabbruch dieses denkmalwüridgen Baues. Da man die Westfassade der Klingentalkirche nicht kennt, bedeutet der Abriss des "WC-Traktes" auch, dass eine Rekonstruktion der Westfassade der aus dem 13. Jh. stammenden Kirche vorgenommen werden muss. Dafür aber gibt es keine Pläne und m.W. nur rudimentäre Zeichnungen - Die Rekonstruktion wird also unbewiesene Hypothese sein, die sich nicht auf denkmalpflegerisch bedeutsame Grundlagen stützen kann - ein Vorgang, der denkmalpflegerisch höchst fragwürdig ist.
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  2. Nutzung der Kaserne

    von Robert Schiess um 9.12.2011 um 12:09Uhr

    Ja, solange nicht feststeht, wie der Kopfbau genutzt werden soll, solange sind bauliche Massnahmen fehl am Platz.
    Zur Nutzung des Kirchbaus: Die Künstlerateliers sind eine zurückhaltende Nutzung dieses Baus, denn sie greift nicht in die Bausubstanz ein. Andere Nutzungen (welche?) aber bedeuten, dass in genau in die Bausubstanz des über 700 Jahre alten Baus eingegriffen werden muss. Jüngste Untersuchungen haben ergeben, dass sich da u.a. noch gotische Malereien befinden...
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  3. Baustillos...

    von willi11 um 9.12.2011 um 12:46Uhr

    Dieses Neo?-Gebäude ist nicht schützenswert, daher kann es ohne grosse denkmalschützerischen Bedenken abgerissen werden. Der Nachwelt, sollte man Offenheit weitergeben u.nicht militärisch kaum genützte Gebäude & nur für 9 Tage Tattoo diesen Kulissen stehen zulassen ist kaum eine Rechtfertigung!
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  4. Kaserne öffnen? Nein und Ja!

    von sabin bally um 9.12.2011 um 12:46Uhr

    Unbedingt befürworte ich einen Durchgang zum Rhein. Jedoch scheint es mir ebenso wichtig, dass die unangenehmen Fragen beantwortet werden, die Christoph Meury anspricht. Weder frei verfügbare Parkplätze, noch subventionierte Ateliers sind noch zeitgemäss.
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  5. JEIN

    von Chriss Graf um 9.12.2011 um 19:16Uhr

    Ein Durchgang zum Rhein ist gut aber ein oder zwei schliesbare Tore währen sinnvoller.
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  6. Oeffnung kann nur förderlich sein.

    von Picasso Herzog um 10.12.2011 um 10:29Uhr

    Das Kasernenareal lädt durch eine Öffnung zum Rhein zu einem Besuch ein, wenn man am Rhein entlang spaziert. Ein breiter Durchgang öffnet den Blickwinkel und das Interesse zum Areal. Im Sommer würde die Neugier von zahlreichen Riviera Besuchern, seien es Einheimische oder Fremde geweckt, und das Areal mit schönen Restaurants und einer gossen Wiese würde an Attraktivität gewinnen. Für mich ein klares Ja zu diese Öffnung!
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  7. und wo werden neue wcs eingebaut

    von Christian Mueller um 10.12.2011 um 17:26Uhr

    einfach eine kleine frage: wenn in diesem ort 'nur' wcs sind (übrigens aus eigener vorkurs-erfahrung die einzigen des stocks), wo geht man denn da auf s klo? und wie teuer ist dieser einbau, wenn alleine der kleine abriss scho 5 mio kostet. oder könnte man auch statt nach oben abreissen, einfach eine art tor realisieren? basler sind ja meistens weniger als 3 meter hoch.
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  8. Palaver

    von Herbert Manser um 11.12.2011 um 13:00Uhr

    Offenbar ist der Palaver (im afrikanischen Sinn) noch nicht abgeschlossen, sonst hätten wir ja miteinander eine tragfähige Lösung gefunden. Eine pro und contra Disskussion aber zeigt, dass der Dissens noch stark ist. Der Abbruch des Ab-Ort-Baues bringt bestimmt keine freie Sicht auf den Rhein. Eine nachhaltige Entwicklung wird damit auch nicht angestossen. So gesehen scheint es sinnvoll zu sein weiter zu palavern und Stimmen wie die von Herzog sind auch anzuhören.
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  9. Christoph Meury ist Konzeptionalist

    von Hanspeter Moesch um 11.12.2011 um 21:23Uhr

    Der Kommentar von Christoph Meury mit seinen konzeptionellen Ansätzen ist überlegt und er überzeugt. Bei seinen Gedanken, grundsätzlich positiv zu einer Veränderung und Aufwertung des Kasernenareals, stellt er Planung und Zielsetzung pragmatisch vor einen Schnellschuss der BS-Regierung, die etwas machen möchte, nur "dass etwas gemacht ist". Als Leiter eines Kulturzentrums weiss Christoph Meury, wovon er spricht, ganz im Gegensatz zu Thomas Kessler als Regierungsvertreter, bei dem keine Ansätze einer Gesamtplanung zu erkennen sind. Gut auch, dass Christoph Meury in seinem Kommentar auf den Missstand der subventionierten Kultur-Brutstätte in der Kaserne hinweist. Dieser Dauerzustand der Subventionierung war so nie geplant und ist nur möglich auf Grund der geistigen Windstille gewisser Regierungskreise.
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  10. Umdrehen!

    von jb um 12.12.2011 um 10:34Uhr

    Was heisst hier aufbrechen? Diese Kasernenburg gegen den Rhein hin, wie wenn der Feind zu Schiff drohte, hat es nie mitten in der Stadt gebraucht. Dreht sie um, sodass sie zum Ufer offen ist, und es gibt Bâle-Plage!
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