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TagesWoche

Tages Woche

Do, 17.05.2012

Basler Zeitung 

8.12.2011, 17:20 Uhr

Blocher bestätigt Einfluss bei der BaZ

8.12.2011, 17:20 Uhr (aktualisiert: 10.12.,07:34)

SVP-Stratege Christoph Blocher bestätigte erstmals gegenüber Journalisten im Bundeshaus und nun auch auf «Tele-Blocher», was  «Der Sonntag»  und der  «Tages-Anzeiger»  berichteten: Ja, er habe Einfluss bei der BaZ. Die Verträge unterschrieben hat aber seine Tochter, wie am Samstag bekannt wurde. Von Martina Rutschmann

Christoph Blocher hat bei der BaZ seine Finger im Spiel.

Christoph Blocher hat bei der BaZ seine Finger im Spiel.(Bild: Reuters/Christian Hartmann)

BaZ-Verleger Moritz Suter sei der verlängerte Arm von Christoph Blocher – und dieser wolle Suter loswerden. Ein Artikel des Tages-Anzeigers mit dieser Information sorgt dieser Tage für Gesprächsstoff. Demnach stimmt, was sich seit Monaten als hartnäckiges Gerücht hält: Christoph Blocher hat Geld in die Basler Zeitung investiert.

Er selber äusserte sich bisher nicht zum Thema. Doch in der Wandelhalle des Bundeshauses sagte er am Donnerstag – und in Anwesenheit von mehreren Journalisten: Ja, er habe tatsächlich Einfluss bei der BaZ. Am Freitag bestätigte er dies auch gegenüber Tele-Blocher (im Video ab 22:15). Eine finanzielle Beteiligung bestritt er zwar: «Aber ich habe Einfluss bei der Basler Zeitung, ist ja klar.» Die Frage, wie genau er denn Einfluss auf die BaZ nehme, beantwortete Blocher kryptisch: «Ja, das weiss ich auch nicht.» Der Tages-Anzeiger brachte am Samstag Licht ins Dunkle: Blochers Tochter Rahel habe die Verträge unterschrieben.

Für die TagesWoche war Blocher nicht zu erreichen. Moritz Suter schon – doch er möchte sich zum Thema nicht äussern, wie er der TagesWoche sagte.

Über ein kompliziertes Konstrukt von Verträgen habe es Blocher geschafft, sich die Macht bei der BaZ zu sichern, schrieb der Tages-Anzeiger am Donnerstag. Eine «Geheimvereinbarung» zwischen Suter und Blocher besage ausserdem, dass Suter sein Aktienpaket im Wert von einer Million Franken jederzeit an Blocher zurückgeben könne. Blocher seinerseits könne die Aktien innert eines halben Jahres zurückverlangen. Wegen eines Streits zwischen den beiden mache Blocher nun von dieser Abmachung Gebrauch. Die Frist laufe seit September. Bereits am vergangenen Wochenende hatte «Der Sonntag» über Moritz Suters Idee berichtet, die BaZ-Aktien unter das Volk zu bringen.

SP fordert Blocher-Rücktritt

Die Basler SP und die Gruppe «Rettet Basel!» äusserten sich in einer Mitteilung zum Thema: Sie fordern den Rücktritt von Christoph Blocher und BaZ-Chefredaktor Markus Somm. Christoph Blocher habe systematisch versucht, zu vertuschen, dass ihm die BaZ gehöre. «Das ist ein Angriff auf die Demokratie und ein Affront gegenüber der Bevölkerung von Basel.»

Die Partei fordert, dass Blocher aus dem Nationalrat zurücktritt. «Herr Blocher ist als Nationalrat nicht mehr tragbar und als heimlicher Besitzer eines Medienunternehmens ein Angriff auf den öffentlichen Meinungsbildungsprozess», schreibt die Partei. Nationalrat Beat Jans werde eine Motion einreichen und die völlige Offenlegung von Beteiligungen der Parlamentarier an Medienunternehmungen verlangen.

«Rettet-Basel!» verlangt ausserdem den Rücktritt von Markus Somm. Er sei als Chefredaktor «einer ehrbaren Zeitung» endgültig untragbar geworden. Gegenüber der TagesWoche sagte Somm nur: «Kein Kommentar!» Auch in der BaZ selber ist in diesen Tagen kein Wort über Blocher und seinen Einfluss auf die Zeitung zu lesen.

  1. Schlechte Idee der SP

    von Matthias Freiburghaus um 8.12.2011 um 19:26Uhr

    Bei aller Sympathie für die Forderung selbst - ich mag weder Markus Somm als Chefredaktor der BaZ noch Blochers Einfluss bei dieser Zeitung - halte ich es für sehr problematisch, wenn Parteien Forderungen bezüglich der Zusammensetzung von Zeitungsredaktionen stellen.
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  2. Meinungspresse

    von Markus Marti um 9.12.2011 um 00:25Uhr

    Wir älteren Menschen haben doch gar nichts dagegen, wenn ein Politiker oder eine ganze Interessengruppe hinter einer Zeitung steht. Im Gegenteil: Das wäre doch ein schöner Schritt zurück in die alte Zeit, als man noch wusste, auf welcher (politischen) Seite ein Blatt war. Was wir uns als Leser wünschen, ist doch nur, dass dies auch klar zum Ausdruck kommt. Wer möchte schon, dass dieser Herr Somm als "Linker" abgestempelt wird, nur weil er einem abgetakelten Volkstribun von Zeit zu Zeit eine ganze Seite widmet. Nächstes Jahr wird das ohnehin nur noch die ganz linke Presse machen...
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  3. Blocher hintergeht Basel

    von Christian Vontobel um 9.12.2011 um 00:27Uhr

    Der Blocher geht zum Brunnen bis er bricht und Sprichwörter helfen auch die unglaublichsten Geschichten zu verstehen. Blocher kann auch als Brunnenvergifter gesehen werden, der mit seinem Angriff auf die liberale Presse in Basel seinem Ziel einer homogenen und konservativen Schweiz näher kommen wollte. Mit seiner Verquickung von politischer und medialer Macht entlarvt er sich aber einmal mehr als ein Mann, dem nur seine eigene Weltsicht plausibel und akzeptabel ist.
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  1. Herr Blocher ist untragbar!

    von Roger Borer um 8.12.2011 um 17:35Uhr

    Herr Blocher sollte sich aus der Politik zurückziehen und zwar subito!
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  2. Kein Kommentar

    von rejeanne um 8.12.2011 um 17:35Uhr

    Da hat es anscheinend sogar dem sonst so wortgewaltigen Herrn Somm die Sprache verschlagen. Zum Glück bewahrheitet sich das Sprichwort "Lügen haben kurze Beine" immer wieder. Nur, ob die Herren Blocher und Somm auch Manns genug sind, die Konsequenzen aus den Enthüllungen zu ziehen, werden wir sehen. Da kann wohl nur ein weiterer Abonnenten-Aderlass helfen.
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  3. tja und nun?

    von Samuel Rüegger um 8.12.2011 um 17:37Uhr

    Nun sagt er endlich was alle schon längst wussten. Ich bezweifle, das wir (damit meine ich das Basler Volk) ihre Basler Zeitung jemals wieder bekommt. Schade eigentlich ein freies tägliches Printmedium würde der Region gut tun.
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  4. nebenbei gefragt

    von Bugsierer um 8.12.2011 um 18:38Uhr

    wenn also die baz tatsächlich dem herr blocher gehört, gehört ihm auch dieser kanal beim schweizer fernsehen, wo herr somm dauergast ist:
    www.tvprogramm.sf.tv/details/5df5d673-8ff5-4a58-946c-4487939292ac

    geht das?
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  5. konkordanz

    von Resgia um 8.12.2011 um 18:41Uhr

    auch wenn das unwort des jahres schon anderweitig vergeben wurde, liessen mich die letzte stunde sf-info - fernsehen und die dort übertragene pressekonferenz der svp zum rücktritt von herrn zuppiger und zum antritt von herrn walter an der richtigkeit dieser wahl zweifeln. noch selten habe ich 2 stunden fernsehen mit sowenig inhaltlich relevanten aussagen und so vielen benutzungen des eigentlichen unworts des jahres - zumindest der monate november und dezember - nämlich konkordanz erlebt.
    natürlich ist dafür vor allem die "intelligenzbestie" svp/bzw. baader verantwortlich, aber auch der auftritt der journalisten-meute hat mich eher negativ betroffen gemacht. dass eine einzige frage ständig anders formuliert, zwangsläufig zu einer antwort, die ständig anders ausgedrückt wird, führt sollte doch zu erwarten sein, oder?
    alles in allem waren das 2 stunden langeweile-fernsehen vom feinsten, mit wenig intelligenten beteiligten auf beiden seiten.
    ich hoffe deshalb doch einfach, dass sich dies bei den bundesrats-wahlen vom kommenden mittwoch so nicht fortführt und schon gar nicht bei den nächsten 4 regierungsjahren unseres vor kurzem gewählten neuen parlament.
    das würde mir doch etwas sorgen für die zukunft machen.

    aber noch was ganz anderes: was ist denn jetzt eigentlich der sinn der sache mit zuppiger und walter, sprich: wo kann/soll hier der profit der svp liegen, falls dem dann wirklich so ist, dass unser "svp-könig", und hoffentlich nicht schon bald wahl-ba-z/s-ler, diese sache "gefickt eingeschädelt" hat?
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  6. Schlechte Idee der SP

    von Matthias Freiburghaus um 8.12.2011 um 19:26Uhr

    Bei aller Sympathie für die Forderung selbst - ich mag weder Markus Somm als Chefredaktor der BaZ noch Blochers Einfluss bei dieser Zeitung - halte ich es für sehr problematisch, wenn Parteien Forderungen bezüglich der Zusammensetzung von Zeitungsredaktionen stellen.
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  7. exkommunizieren

    von Christian Mueller um 8.12.2011 um 19:26Uhr

    blocher hat gelogen. er sollte deshalb aus der SVP geworfen werden. so viel zur so oft reklamierten (schein)transparenz der SVP. mist, jetzt muss ich die BaZ doch abbestellen. dabei lese ich doch gerne zeitung. aber dem herrn blocher möchte ich nicht mein sauer verdientes geld geben. ich muss nämlich dafür arbeiten gehen, nicht so wie blocher. der muss nur schwatzen (und so wie s aussieht lügen).
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  8. Blochers Einfluss auf die Politik

    von Roger Borer um 8.12.2011 um 19:42Uhr

    Herr Blocher wollte die BLOZ nur aus einem Grund: Die Ausschaffungsinitiative! Die ganze Stadt war versaut, mit Segert-Plakaten. Er wusste genau, Basel hat Probleme mit straffälligen Ausländern. Den Parteien ist es verboten Fernsehwerbung zu betreiben. Darum brauchte er die BLOZ!
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  9. diesen

    von jb um 8.12.2011 um 20:50Uhr

    "BaZ-Verleger Moritz Suter sei der verlängerte Arm von Christoph Blocher – und dieser wolle Suter loswerden." — Ich hatte "diesen" verstanden: Suter wolle Blocher loswerden...
    Direktlink zum Kommentar

  10. Die BAZ wird Abonennten verlieren.

    von Picasso Herzog um 8.12.2011 um 21:00Uhr

    Alle die, die der BAZ treu waren, werden diesen Beschluss wohl jetzt bereuen. Wenn sich nichts ändert, werde ich wohl die BAZ nicht mehr abonnieren.
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Informationen zum Artikel

8.12.2011, 17:20 Uhr

Blocher bestätigt Einfluss bei der BaZ

Text

Text: martina rutschmann

  • 11.05.2012 um 00:01
    Das liberale Gewissen

    Der Einfluss der Liberalen in der Basler Politik schrumpft. Das hält Christine Wirz-von Planta nicht davon ab, weiter zu kämpfen – auch nach vierzig Jahren noch.

  • 30.04.2012 um 16:07
    Avanti Popolo – und mehr Gerechtigkeit!

    Rot, röter, am rötesten – und doch: Ausgerechnet in diesem knallroten Basel spricht am 1. Mai niemand zum Volk, der die Massen anziehen würde. Dafür reist SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr nach Liestal und spricht über «mehr Lohn, Schutz, Rente».

  • 27.04.2012 um 00:01
    «Mit einer guten Crèmeschnitte lief der Laden»

    Ab 1. Mai gehört die Confiserie Frey zu Beschle. Auch sonst ändert sich viel in der Schoggi-Branche. Die Tradition aber bleibt.

  • 29.02.2012 um 13:37
    Gundeli-Clique-Vertreter
    Zum Artikel: «E Schwob» im Trommel-Taumel

    Flip567 hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass es sich bei der Gundeli-Clique um eine grosse Clique mit Tambouren UND Pfeifern handelt (was tatsächlich jeder Basler wissen sollte). Die Formulierung im Text war daher vielleicht nicht präzise...

  • 21.11.2011 um 12:32
    Ist doch schön!
    Zum Artikel: Weihnachtsbeleuchtung – zu viel, zu bunt, zu kitschig?

    Ein Dezember ohne Weihnachtsbeleuchtung wäre für mich eine deprimierende Sache. Ist doch schön, durch die Gassen zu gehen und vom Licht und Wärme umgeben zu sein. In dieser düsteren Jahreszeit sowieso. Klar, der hohe Stromverbrauch spricht gegen zu vie...

  • 10.11.2011 um 10:23
    Danke!
    Zum Artikel: Sollen in Basel mehr uniformierte Polizisten patrouillieren?

    Balthasar Glättli hat recht, ich habe im Fazit ein Durcheinander mit den (immer wieder anderen) Abstimmungsresultaten gemacht – und eben korrigiert. Und: Es ist geplant, die Anzahl der Abstimmenden anzugeben. Danke für den Hinweis.

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