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TagesWoche

Tages Woche

Fr, 24.05.2013

Rüstungspolitik 

30.11.2011, 17:02 Uhr

Bundesrat will 22 Gripen-Kampfjets

30.11.2011, 17:02 Uhr

Im Streit um das neue Kampfflugzeug hat der Bundesrat jetzt den lange erwarteten Typenentscheid gefällt: Er will den Gripen aus Schweden. Von Niklaus Ramseyer

Saab bekommt nach dem Willen des Bundesrats den Zuschlag für den Gripen

Saab bekommt nach dem Willen des Bundesrats den Zuschlag für den Gripen(Bild: Keystone)

Das nächste Kampfflugzeug der Schweizer Luftwaffe soll «Gripen» heissen. Das hat der Bundesrat am Mittwoch entschieden. Es ist ein leichter Apparat, der von Saab in Schweden produziert wird und auch schon bei den Luftwaffen Südafrikas, Ungarns und Tschechiens und Thailands im Einsatz steht. Das «Multirole-Flugzeug» kann sowohl für die Abfangjagd (gegen feindliche Flugzeuge)  als auch für den Erdkampf (auf Bodenziele) und für die Aufklärung verwendet werden.

Unabhängigkeit und Preis entscheidend

Der Gripen soll in ein paar Jahren die 54 veralteten Abfangjäger F-5 Tiger der Schweizer Luftwaffe ersetzen. Geplant ist die Beschaffung von vorerst 22 Maschinen der neusten Gripen-Version. Sie sollen pro System (mitsamt Peripherie) etwa 70 Millionen Franken kosten. Insgesamt bräuchte die Flugzeugbeschaffung somit einen Kredit von rund zwei Milliarden Franken.

Die beiden ebenfalls evaluierten Konkurrenten des Gripen, Rafale aus Frankreich und Eurofighter (Deutschland), wären viel teurer gekommen. Mitentscheidend für den Zuschlag an die Schweden war aber auch die Sorge um die Unabhängigkeit der Luftwaffe der neutralen Schweiz: Mit den weiterhin im Einsatz stehenden 33 F/A-18 Hornet ihrer Luftwaffe hatte sich die Schweiz in gefährliche Abhängigkeit von der US-Navy manövriert. Auf entscheidende Teile der Feuerleit- und Flugelektronik dieser Kampfjets haben nur die Spezialisten der Navy-Basis Chinalake in Kalifornien zugriff. Verschiedentlich sind auch Schweizer F/A-18 am Boden geblieben, weil die US-Navy die Ersatzteile für ihre eigenen F/A-18 an der „Frontline“ in Kriegseinsätzen brauchte.

Störmanöver der Piloten

Die Zusammenarbeit mit den neutralen Schweden sollte sich eher auf gleicher Augenhöhe bewegen. Doch die Piloten der Luftwaffe sind gar nicht zufrieden. Sie hätten lieber den Luxusflieger Rafale gehabt, der aber mindestens das Doppelte kosten würde. Im Vorfeld des Entscheids war es zu Störmanövern gekommen, indem etwa interne Berichte verbreitet wurden, wonach der Gripen den Anforderungen nicht genüge. Jetzt droht der Vertreter der Kampfpiloten im Nationalrat, der Schaffhauser SVP-Mann und Pilot Thomas Hurter, schon mit einem Nein des Parlaments zum Gripen-Kauf.

  1. Las Ueli Maurer die NZZ am Sonntag ?

    von Aschy Furrer am 30.11.2011 um 18:14Uhr

    Genau in der neuesten Ausgabe der "NZZ am Sonntag" wurde die aussenpolitische Signalwirkung auf Euro-Europa gepriesen, würde die Schweiz ihre neuen Kampfflugzeuge von einem unabhängigen Land in Europa bestellen. Dennoch - der Kauf dieser Flugzeuge ist und bleibt ein Luxus. Leistete sich die Schweiz nun diesen Luxus, so hat dies erneut eine politische Signalwirkung, welche die Position der Schweiz auf den internationalen Tapet stärken wird. Die politische Signalwirkung wird jedoch wegen allerlei Unstimmigkeiten der aktuellen Armeepolitik in der Schweiz mannigfaltig gedämpft...

    Innenpolitisch: mindestens ein bisschen bedenklich stimmen sollte einen, dass gleichzeitig die Sparschrauben bei den Sozialwerken in der Schweiz weiter angezogen werden, und man das Steuersystem (bzw. vielmehr dessen Löcher) nicht im Griff hat. Das Bildungssystem kollabiert auf hohem Niveau, weil es sich künstlich konkurrenziert, anstatt sein Angebot auf den landeseigenen Bedarf an Fachleuten auszurichten und langfristige Ziele zu realisieren.

    Lobbypolitisch: zurück zu den Fliegern. Bekanntlich hat nicht nur die Armee eine starke Lobby im Bundesrat und im Parlament, sondern auch die Militärpiloten sind im Parlament (über)vertreten. Dennoch - die Krieger sollten sich nicht in die Auswahl der Waffen einmischen, denn sie werden fürs Bedienen dieser Geräte besoldet und nicht fürs Mitbestimmen einer Taktik oder Strategie.

    Finanzpolitisch: in Anbetracht der Kleinheit der Schweiz und der Tatsache, dass sich die Schweiz nicht für Angriffskriege zu bewaffnen braucht, ist der Gripen sicher eine weise Wahl. Dass diese Beschaffung nur "2 Milliarden" kosten würde, kann jedoch nicht stimmen. Die gegenwärtige Preisentwicklung und die gewünschten Anpassungen der Flugzeuge, sowie die Bewaffnung wird sich in Gesamtkosten von eher 3 denn 2 Milliarden CHF bewegen, denn man muss schliesslich auch auf diesen Flugzeugtyp geschultes Bodenpersonal stellen, Piloten ausbilden, Ersatzteile beschaffen.

    Demokratisch: zu "Luxuseinkaufen" von solchem Umfang muss das Volk das letzte Wort haben können.

    Armeepolitisch: nach wie vor verbrät die kleine Schweiz eine unglaubliche Menge an Geld für eine wahrlich kaiserlich bemannte Armee. Auch hier sollte man mal etwas nach Skanvinavien schielen. Mittlerweile besteht die schwedische Armee aus rund 15'000 Mann (UND Frauen) - diese 15'000 sind jedoch bestens ausgebildet und wirklich einsatzbereit. Die Dienstpflicht wurde ebenfalls neulich abgeschafft. Für das kleine, aber sehr gut qualifizierte Heer ist dies nicht nachteilig, denn die professionalisierte Ausbildung verspricht nicht nur einfach diese unglaublichen Leerläufe eines WK-Systems, sondern ist ein Durchdienen als Intensivkurs hoher Qualität. Warum sich die Schweiz den unglaublichen Aufwand von rund 100'000 "Reservisten" leistet, ist bei der heutigen politischen Situation und militärischen Möglichkeiten unerklärlich. Ausser Kosten, Mehrverkehr, extremem logistischem Aufwand ergibt sich kein Nutzen, nicht mal mehr eine aussenpolitische Signalwirkung.

    Umweltpolitisch: ein weiteres Problem mit Kampfflugzeugen, welches politisch endlich zu lösen ist, betrifft die ungerechte Verteilung von Flugbewegungen und Fluglärm der Armee. Warum "erpresst" die Armee nach wie vor tausende von Flugbewegungen im Alpenraum, dabei noch stark fokussiert auf das Berner Oberland, mit dem Argument, man sei dank des Militärflugplatzes Meiringen der grösste Arbeitgeber der Region? Erstens bezahlt dieser "Arbeitgeber" keine Steuern, und die Verlagerung in den Alpenraum erfolgte wegen einiger "lärmempfindlicher" Milliardäre an den Goldküsten Zürichs und der Region Léman. Die Touristen (auch einheimische) werden vergrault. Die Flugbewegungen der Armee müssen damzufolge gerechter aufs ganze Land verteilt werden. Wann bespielsweise flog letztmals ein Schweizer Kampfflugzeug über Basel? Vermutlich 1991 mit der "Patrouille Suisse", und seither hat dies kein aktiver Kampfjetpilot mehr in einem Kampfjet getan, geschweige denn anlässlich einer Einsatzübung. Dennoch gäbe es in Basel einiges zu verteidigen gäbe, was die Schweiz für ihr wirtschaftliches Überleben im Kriegsfalle bräuchte.

    Zum Schluss zurück zur Aussenpolitik: wann tritt die Schweiz endlich mal als neutrales Mitglied der NATO bei? Dann könnte sie ihre Armee nämlich mal endlich richtig gebrauchen (und praxisnah ausbilden und einsetzen) und nicht nur als falsch ausgerüstete Naturkatastrophen-Räumeinheit einsetzen (und eine solche Organisation sollte sich die Schweiz wirklich mal zulegen, denn aus den vorhandenen und abzubauenden Armee-Überbeständen würden genug Mittel frei).

    Somit erscheint die Modellwahl der gewünschten Flugzeuge zwar politisch wohlüberlegt und ist positiv zu werten. Die restliche verteidigungspolitische Situation, die uns nach wie vor eine Schweizer Armee zeigt, welche mitten in einem halb-heissen Boden-Luft-Krieg auf eigenem Grund kämpft, ist jedoch dringend zu überdenken, denn sie rückt die gesamte Kampfflugzeugdebatte in ein schiefes Licht. Bräuchte man die grosse Armee zur Verteidigung der Banken, so müsste man zumindest die im Ausland gelagerten Sicherheiten in die Schweiz zurückholen.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Verkehrte Welt

    von H J Martens am 30.11.2011 um 20:57Uhr

    Das Verhalten der Militärpiloten kommt mir vor, wie wenn die Tramkondukteure verlangen würden, zu entscheiden welches Tram angeschafft werden muss. Dass der Rafale wohl leistungsfähiger als der Gripen ist, damit also mehr Spass macht, verdrängt die entscheidende Frage, was denn zur Verteidigung des Landes (gegen wen überhaupt?) unbedingt notwendig ist. Darüber wird aber weiterhin geschwiegen. Vielleicht reicht statt dem Flugzeug eine Flotte von Goggomobilen oder Fahrrädern. Ich freue mich auf die Initiative; vielleicht ist dann endlich ein sachbezogener Entscheid möglich..
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  3. Eine fast sensationelle Lektion für Frankreich...

    von Inaktiver Nutzer am 30.11.2011 um 22:14Uhr

    Es ist klar, dieser Entscheid ist 100%ig politisch. Wer die beste Armee der Welt wirklich will, entscheidet anders! Wie? Nun, der kauft das leistungsfähigste Produkt. Und das wäre eben... NICHT der Gripen - Egal!

    Die Wahl stand eigentlich schon fest. Da aber Frankreich KEIN Steuerabkommen mit der Schweiz will, folgt nun diese brutale Abstrafung: Keine Rafale Bestellung. Eine fast sensationelle Lektion für Sarkozy & Co. Damit dürfte dieses ehrgeizige Rüstungsprojekt der Grand Nation was den Export angeht, endgültig Schiffbruch erlitten haben. Insbesondere einen Verkauf in die Schweiz wäre von ganz grosser Wichtigkeit und Prestige für das Rafale Konsortium gewesen. Der Schaden ist enorm. Wobei, eine kleine Chance besteht noch...

    Man erinnere sich zurück an die 80er Jahre. Die Wahl für einen grossen Transporthelikopter der CH Luftwaffe viel damals auf den U.S. Black Hawk. Kurz darauf ein Blitzbesuch von Francois Mitterand bei Adolf Ogi und die ersten 3 Super Pumas wurden mit dem Rüstungsprogramm 1986 gekauft! Vergleichbares könnte wieder passieren. Und, das wissen gewisse Politiker auch...

    Der Beginn eines grossen Streits, der innerhalb der SVP seinen Ursprung hat, ist lanciert. NR T.Hurter (Pilot & TTE involvierter) sowie NR T.Borer - beides SVPler, überlegen sich schon gegen ein mögliches Gripen Rüstungsprogram zu opponieren. Die FDP`ler werden gegen den Verlust der unschlagbaren Zusage der Franzosen, was eine vollwertige Beteiligung der CH Industrie am Rafale Programm angeht, nicht einfach so hinnehmen. Und, wohl die gesamte Linke ist überhaupt gegen neue Kampfjets. In diesem Umfeld eine Mehrheit für den Kauf des Gripen zu finden, scheint zumindest jetzt eine Illusion zu sein. Und dann wäre da ja auch noch das Volk!

    Und die Luftwaffe? Die gegenwärtig frustrierten Piloten haben einen soeben nachgerüsteten F/A-18C/D. Ein Jet, welcher vor 20 Jahren gekauft wurde. Und einem Gripen bezüglich Flugleistung überlegen resp. Bewaffnung mit den neuen AMRAM aus dem letzten Rüstungsprogramm, ebenbürtig ist. Für den nötigen Adrenalinschub reicht das.

    Fazit: Der Kauf neuer Kampfjets ist grosszügig ausgelegt aus wirtschaftlichen Gründen nur halber Unsinn - es gäbe wirtschaftlich besser Optionen. Z.B. Ausbau der Infrastruktur. Militärisch ist eine Rechtfertigung unmöglich. Wir sind von Freunden umgeben und wenn die unseren Luftraum wirklich wollen, dann könnten auch 250 "Luftpolizisten" nicht viel daran ändern. That`s it.


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  1. Las Ueli Maurer die NZZ am Sonntag ?

    von Aschy Furrer um 30.11.2011 um 18:14Uhr

    Genau in der neuesten Ausgabe der "NZZ am Sonntag" wurde die aussenpolitische Signalwirkung auf Euro-Europa gepriesen, würde die Schweiz ihre neuen Kampfflugzeuge von einem unabhängigen Land in Europa bestellen. Dennoch - der Kauf dieser Flugzeuge ist und bleibt ein Luxus. Leistete sich die Schweiz nun diesen Luxus, so hat dies erneut eine politische Signalwirkung, welche die Position der Schweiz auf den internationalen Tapet stärken wird. Die politische Signalwirkung wird jedoch wegen allerlei Unstimmigkeiten der aktuellen Armeepolitik in der Schweiz mannigfaltig gedämpft...

    Innenpolitisch: mindestens ein bisschen bedenklich stimmen sollte einen, dass gleichzeitig die Sparschrauben bei den Sozialwerken in der Schweiz weiter angezogen werden, und man das Steuersystem (bzw. vielmehr dessen Löcher) nicht im Griff hat. Das Bildungssystem kollabiert auf hohem Niveau, weil es sich künstlich konkurrenziert, anstatt sein Angebot auf den landeseigenen Bedarf an Fachleuten auszurichten und langfristige Ziele zu realisieren.

    Lobbypolitisch: zurück zu den Fliegern. Bekanntlich hat nicht nur die Armee eine starke Lobby im Bundesrat und im Parlament, sondern auch die Militärpiloten sind im Parlament (über)vertreten. Dennoch - die Krieger sollten sich nicht in die Auswahl der Waffen einmischen, denn sie werden fürs Bedienen dieser Geräte besoldet und nicht fürs Mitbestimmen einer Taktik oder Strategie.

    Finanzpolitisch: in Anbetracht der Kleinheit der Schweiz und der Tatsache, dass sich die Schweiz nicht für Angriffskriege zu bewaffnen braucht, ist der Gripen sicher eine weise Wahl. Dass diese Beschaffung nur "2 Milliarden" kosten würde, kann jedoch nicht stimmen. Die gegenwärtige Preisentwicklung und die gewünschten Anpassungen der Flugzeuge, sowie die Bewaffnung wird sich in Gesamtkosten von eher 3 denn 2 Milliarden CHF bewegen, denn man muss schliesslich auch auf diesen Flugzeugtyp geschultes Bodenpersonal stellen, Piloten ausbilden, Ersatzteile beschaffen.

    Demokratisch: zu "Luxuseinkaufen" von solchem Umfang muss das Volk das letzte Wort haben können.

    Armeepolitisch: nach wie vor verbrät die kleine Schweiz eine unglaubliche Menge an Geld für eine wahrlich kaiserlich bemannte Armee. Auch hier sollte man mal etwas nach Skanvinavien schielen. Mittlerweile besteht die schwedische Armee aus rund 15'000 Mann (UND Frauen) - diese 15'000 sind jedoch bestens ausgebildet und wirklich einsatzbereit. Die Dienstpflicht wurde ebenfalls neulich abgeschafft. Für das kleine, aber sehr gut qualifizierte Heer ist dies nicht nachteilig, denn die professionalisierte Ausbildung verspricht nicht nur einfach diese unglaublichen Leerläufe eines WK-Systems, sondern ist ein Durchdienen als Intensivkurs hoher Qualität. Warum sich die Schweiz den unglaublichen Aufwand von rund 100'000 "Reservisten" leistet, ist bei der heutigen politischen Situation und militärischen Möglichkeiten unerklärlich. Ausser Kosten, Mehrverkehr, extremem logistischem Aufwand ergibt sich kein Nutzen, nicht mal mehr eine aussenpolitische Signalwirkung.

    Umweltpolitisch: ein weiteres Problem mit Kampfflugzeugen, welches politisch endlich zu lösen ist, betrifft die ungerechte Verteilung von Flugbewegungen und Fluglärm der Armee. Warum "erpresst" die Armee nach wie vor tausende von Flugbewegungen im Alpenraum, dabei noch stark fokussiert auf das Berner Oberland, mit dem Argument, man sei dank des Militärflugplatzes Meiringen der grösste Arbeitgeber der Region? Erstens bezahlt dieser "Arbeitgeber" keine Steuern, und die Verlagerung in den Alpenraum erfolgte wegen einiger "lärmempfindlicher" Milliardäre an den Goldküsten Zürichs und der Region Léman. Die Touristen (auch einheimische) werden vergrault. Die Flugbewegungen der Armee müssen damzufolge gerechter aufs ganze Land verteilt werden. Wann bespielsweise flog letztmals ein Schweizer Kampfflugzeug über Basel? Vermutlich 1991 mit der "Patrouille Suisse", und seither hat dies kein aktiver Kampfjetpilot mehr in einem Kampfjet getan, geschweige denn anlässlich einer Einsatzübung. Dennoch gäbe es in Basel einiges zu verteidigen gäbe, was die Schweiz für ihr wirtschaftliches Überleben im Kriegsfalle bräuchte.

    Zum Schluss zurück zur Aussenpolitik: wann tritt die Schweiz endlich mal als neutrales Mitglied der NATO bei? Dann könnte sie ihre Armee nämlich mal endlich richtig gebrauchen (und praxisnah ausbilden und einsetzen) und nicht nur als falsch ausgerüstete Naturkatastrophen-Räumeinheit einsetzen (und eine solche Organisation sollte sich die Schweiz wirklich mal zulegen, denn aus den vorhandenen und abzubauenden Armee-Überbeständen würden genug Mittel frei).

    Somit erscheint die Modellwahl der gewünschten Flugzeuge zwar politisch wohlüberlegt und ist positiv zu werten. Die restliche verteidigungspolitische Situation, die uns nach wie vor eine Schweizer Armee zeigt, welche mitten in einem halb-heissen Boden-Luft-Krieg auf eigenem Grund kämpft, ist jedoch dringend zu überdenken, denn sie rückt die gesamte Kampfflugzeugdebatte in ein schiefes Licht. Bräuchte man die grosse Armee zur Verteidigung der Banken, so müsste man zumindest die im Ausland gelagerten Sicherheiten in die Schweiz zurückholen.
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  2. Verkehrte Welt

    von H J Martens um 30.11.2011 um 20:57Uhr

    Das Verhalten der Militärpiloten kommt mir vor, wie wenn die Tramkondukteure verlangen würden, zu entscheiden welches Tram angeschafft werden muss. Dass der Rafale wohl leistungsfähiger als der Gripen ist, damit also mehr Spass macht, verdrängt die entscheidende Frage, was denn zur Verteidigung des Landes (gegen wen überhaupt?) unbedingt notwendig ist. Darüber wird aber weiterhin geschwiegen. Vielleicht reicht statt dem Flugzeug eine Flotte von Goggomobilen oder Fahrrädern. Ich freue mich auf die Initiative; vielleicht ist dann endlich ein sachbezogener Entscheid möglich..
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  3. Eine fast sensationelle Lektion für Frankreich...

    von Inaktiver Nutzer um 30.11.2011 um 22:14Uhr

    Es ist klar, dieser Entscheid ist 100%ig politisch. Wer die beste Armee der Welt wirklich will, entscheidet anders! Wie? Nun, der kauft das leistungsfähigste Produkt. Und das wäre eben... NICHT der Gripen - Egal!

    Die Wahl stand eigentlich schon fest. Da aber Frankreich KEIN Steuerabkommen mit der Schweiz will, folgt nun diese brutale Abstrafung: Keine Rafale Bestellung. Eine fast sensationelle Lektion für Sarkozy & Co. Damit dürfte dieses ehrgeizige Rüstungsprojekt der Grand Nation was den Export angeht, endgültig Schiffbruch erlitten haben. Insbesondere einen Verkauf in die Schweiz wäre von ganz grosser Wichtigkeit und Prestige für das Rafale Konsortium gewesen. Der Schaden ist enorm. Wobei, eine kleine Chance besteht noch...

    Man erinnere sich zurück an die 80er Jahre. Die Wahl für einen grossen Transporthelikopter der CH Luftwaffe viel damals auf den U.S. Black Hawk. Kurz darauf ein Blitzbesuch von Francois Mitterand bei Adolf Ogi und die ersten 3 Super Pumas wurden mit dem Rüstungsprogramm 1986 gekauft! Vergleichbares könnte wieder passieren. Und, das wissen gewisse Politiker auch...

    Der Beginn eines grossen Streits, der innerhalb der SVP seinen Ursprung hat, ist lanciert. NR T.Hurter (Pilot & TTE involvierter) sowie NR T.Borer - beides SVPler, überlegen sich schon gegen ein mögliches Gripen Rüstungsprogram zu opponieren. Die FDP`ler werden gegen den Verlust der unschlagbaren Zusage der Franzosen, was eine vollwertige Beteiligung der CH Industrie am Rafale Programm angeht, nicht einfach so hinnehmen. Und, wohl die gesamte Linke ist überhaupt gegen neue Kampfjets. In diesem Umfeld eine Mehrheit für den Kauf des Gripen zu finden, scheint zumindest jetzt eine Illusion zu sein. Und dann wäre da ja auch noch das Volk!

    Und die Luftwaffe? Die gegenwärtig frustrierten Piloten haben einen soeben nachgerüsteten F/A-18C/D. Ein Jet, welcher vor 20 Jahren gekauft wurde. Und einem Gripen bezüglich Flugleistung überlegen resp. Bewaffnung mit den neuen AMRAM aus dem letzten Rüstungsprogramm, ebenbürtig ist. Für den nötigen Adrenalinschub reicht das.

    Fazit: Der Kauf neuer Kampfjets ist grosszügig ausgelegt aus wirtschaftlichen Gründen nur halber Unsinn - es gäbe wirtschaftlich besser Optionen. Z.B. Ausbau der Infrastruktur. Militärisch ist eine Rechtfertigung unmöglich. Wir sind von Freunden umgeben und wenn die unseren Luftraum wirklich wollen, dann könnten auch 250 "Luftpolizisten" nicht viel daran ändern. That`s it.


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  4. Weiss das Herr Sarkozy?

    von Martin Seeger um 1.12.2011 um 09:36Uhr

    Ich hoffe nur, dass dieser Trumpf in den Steuerverhandlungen auch wirklich gespielt worden ist - so wie ich unser Land/unsere Regierung in letzter Zeit erlebe, wohl eher nicht. Das gleiche gilt übrigens für den Eurofighter (der immerhin bewährt gewesen wäre). Und wenn doch, hat der Trumpf offenbar nicht gestochen - vielleicht ist für Frankreich über das "Nicht-Steuerabkommen" längerfristig mehr Geld zu holen? Egal - ich hoffe zuerst einmal auf das Parlament, wenn das Projekt dort nicht gestoppft wird, auf das Referendum und schlussendlich auf das Nein des Volkes zur Kampfjetbeschaffung - auch im Hinblick auf die nicht vorhandene Bedrohungslage. Die Schweiz hat in vielen anderen Bereichen die finanziellen Mittel dringend nötiger (Bildung, Forschung, Infrastruktur).
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Informationen zum Artikel

30.11.2011, 17:02 Uhr

Bundesrat will 22 Gripen-Kampfjets

Text

Text: Niklaus Ramseyer

  • 21.05.2013 um 10:32
    Burkhalter in der Bredouille

    Der freisinnige Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter entpuppt sich immer mehr als zwar williger aber konfliktscheuer und schwacher Bundesrat. In Sachen EU drohen ihm weitere böse Schlappen.

  • 08.05.2013 um 16:57
    Maurer weiss, was er will – und macht es

    Ueli Maurer (SVP) will seine Armee nicht für die ganze Welt – sondern für eine neutrale Schweiz. Damit unterscheidet er sich von seinen Vorgängern.

  • 26.04.2013 um 15:12
    Maurers Milizarmee wird flexibler

    Wieder eine kürzere RS und insgesamt weniger Diensttage: Das ist die zentrale Botschaft im Bericht über die «Weiterentwicklung der Schweizer Armee (WEA)».

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