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30.11.2011, 18:09 Uhr

Allschwil fordert Fischverbot am Lörzbach

30.11.2011, 18:09 Uhr

Der Allschwiler Gemeinderat fordert ein Fisch- und Tränkverbot am Lörzbach. Umweltaktivisten fanden im Grenzbach zu Frankreich stark erhöhte Konzentrationen des Gifts HCH. Allschwil kritisiert auch die Informationspolitik des Baselbieter Umweltamts, das seit Jahren Bescheid wusste. Von

Kann Ihre Gesundheit gefährden: Karpfen aus dem Lörxbach-Weiher.

Kann Ihre Gesundheit gefährden: Karpfen aus dem Lörxbach-Weiher.(Bild: ZVG)

Die Berichte über eine offene Giftmülldeponie im elsässischen Hagenthal-le-Bas unweit der Schweizer Grenze haben den Allschwiler Gemeinderat aufgeschreckt. Dieser fordert vom Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) Sofortmassnahmen. Wie Untersuchungen des Basler Altlastenspezialisten Martin Forter ergeben haben, sickert über eine illegale Lagerung auf einem Feldweg in Hagenthal das Gift Hexachlorcyclohexan (HCH) in den Lörxbach, der teilweise die Grenze zwischen Allschwil und Frankreich markiert. Forter hat Konzentrationen gemessen, die den zulässigen Grenzwert um das Dreifache übersteigen.

«Diese Meldung hat den Gemeinderat ebenso überrascht wie verärgert», heisst es in einer Medienmitteilung. «Die Gemeinde Allschwil erhielt nie eine offizielle Erläuterung zu den erhöhten HCH-Konzentrationen, obwohl das AUE und die französischen Behörden schon seit Jahren davon wissen.» Das AUE räumte ein, 2004 und 2005 Proben genommen und HCH-Rückstände festgestellt zu haben.

Bach grenzt an Viehbetrieb

Der Allschwiler Gemeinderat fordert nun, dass das AUE einen sofortiges Tränk- und Fischverbot verhängt. An den Bach grenzt ein Viehbetrieb. «Der Gemeinderat möchte eine Gefährdung des Viehs durch verseuchtes Bachwasser unbedingt ausschliessen», steht weiter. Das Tückische an HCH ist, dass es über die Nahrung aufgenommen wird und sich im Fettgewebe anreichert. Auf Menschen hat es eine hormonelle Wirkung. Bei schwangeren Frauen kann es zu Fehl- und Frühgeburten führen.

Der Gemeinderat verlangt zudem vom AUE, dass es bei den französischen Behörden eine umfassende Stellungnahme und Sanierung einfordert. Alberto Isenburg, Leiter des AUE, konnte auf Anfrage keine Stellung nehmen: «Lörzbach? Sagt mir gar nix, rufen Sie doch morgen wieder an.»

 

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Reaktionen

  1. Inaktiver Nutzer

    am 30.11.2011, 18:47

    Wie ist es denn möglich, dass das AUE von den erhöhten HCH-Konzentrationen wusste, aber der Leiter desselben AUE von nichts wissen will? - Sowas gehört genau untersucht und abgeklärt!

  2. Inaktiver Nutzer

    am 30.11.2011, 22:00

    Wie lange wird es dauern, bis hier wieder eine Lösung für die Sanierung gefunden wird. Wie schwierig wird es werden, bis man sich geeinigt haben wird? Eine schnelle Entscheidung ist wünschenswert. Die Sanierung muss aus dem Topf der Basler Chemie bezahlt werden!

  3. rejeanne

    am 30.11.2011, 23:39

    ...dass der Bach die Grenze bildet. So kann man lange darüber streiten, wer denn nun für eine Sanierung zuständig ist. Bis das geklärt ist, wird das gesamte HCH bereits in unserem Fettgewebe zwischengelagert sein und in der Umwelt nicht mehr nachgewiesen werden können.

  1. Inaktiver Nutzer

    am 30.11.2011, 18:47

    Wie ist es denn möglich, dass das AUE von den erhöhten HCH-Konzentrationen wusste, aber der Leiter desselben AUE von nichts wissen will? - Sowas gehört genau untersucht und abgeklärt!

  2. Inaktiver Nutzer

    am 30.11.2011, 22:00

    Wie lange wird es dauern, bis hier wieder eine Lösung für die Sanierung gefunden wird. Wie schwierig wird es werden, bis man sich geeinigt haben wird? Eine schnelle Entscheidung ist wünschenswert. Die Sanierung muss aus dem Topf der Basler Chemie bezahlt werden!

  3. rejeanne

    am 30.11.2011, 23:39

    ...dass der Bach die Grenze bildet. So kann man lange darüber streiten, wer denn nun für eine Sanierung zuständig ist. Bis das geklärt ist, wird das gesamte HCH bereits in unserem Fettgewebe zwischengelagert sein und in der Umwelt nicht mehr nachgewiesen werden können.

Informationen zum Artikel

30.11.2011, 18:09 Uhr

Allschwil fordert Fischverbot am Lörzbach

Text

Text:

  • 16.05.2017 um 14:59
    Die Senioren erkämpfen sich einen Teilsieg gegen den Kanton

    Die Mieter an der Mülhauserstrasse 26 können einmal tief durchatmen: Die Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten hat drei Mietparteien eine Fristerstreckung gewährt.

  • 15.05.2017 um 04:50
    Sunrise schickt sensible Kundendaten in die Türkei

    Wer als Sunrise-Kunde ein Problem hat, landet oft bei Call-Centern in der Türkei. Der Kommunikationskonzern hält das für unbedenklich, obwohl der Datenschutzbeauftragte warnt und Mitarbeiter und Sicherheitsbehörden weitgehenden Zugriff auf Schweizer Daten haben.

  • 12.05.2017 um 04:50
    «Wir machen nichts, was Korallenriffe gefährdet»

    Dient das geplante Basler Ozeanium dem Meeresschutz? Oder beteiligt sich der Zoo Basel damit nicht viel mehr an der Zerstörung von Korallenriffen? Thomas Jermann, Meeresbiologe und Projektleiter Ozeanium, nimmt Stellung zur Rolle des Basler Zoos im schädlichen Handel mit Wildfischen.

  • 12.05.2017 um 10:27
    Zum Artikel: «Wir machen nichts, was Korallenriffe gefährdet»

    Wenn Sie auf «Statistikmethode» klicken, erhalten Sie Informationen dazu. Demnach ist es der «fakturierte Preis», wie es heisst. Also der Preis, den der Empfänger einer Sendung bezahlt. Warum Süsswasserfische teurer sind pro Kilo, weiss ich auch nicht....

  • 12.05.2017 um 09:22
    Zum Artikel: «Wir machen nichts, was Korallenriffe gefährdet»

    1) Die Aussenhandelsstatistik der Schweiz (Swiss-Impex), wobei ich jetzt sehe, dass der Wert sämtlicher lebend importierter Salzwasser-Zierfische für 2016 auf 500'000 Franken veranschlagt wird. 2) Der Verkaufspreis.

  • 09.04.2017 um 14:18
    Zum Artikel: Unerwünschte Quartieroase

    Weil hier Fragen aufgetaucht sind, die einen Zusammenhang herstellen zwischen Leerstand und Einsprachen: Das Baugesuch wurde am 9. August 2016 eingereicht. Dagegen sind rund 100 Einsprachen eingegangen. Der Bauentscheid wurde am 29. Dezember 2016 gefäl...

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