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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Kunstkredit BS 

18.11.2011, 21:45 Uhr

Ansprechende Zwischenlösung

18.11.2011, 21:45 Uhr

Mit der gut besuchten Vernissage der Jahresausstellung, deren Vorgeschichte von heftigen, zum Teil öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten überschattet war, fand das Basler Kunstkreditjahr 2011 doch noch einen versöhnlichen Abschluss. Von Dominique Spirgi

Ausweichort auf dem Dreispitzareal

Ausweichort auf dem Dreispitzareal(Bild: Dominique Spirgi)

Kompakte Präsentation von Urs Caveltis Werken an der Oslostrasse

Kompakte Präsentation von Urs Caveltis Werken an der Oslostrasse(Bild: Dominique Spirgi)

Skulpturen, Installationen, Videos und Bilder aus dem freien Wettbewerb

Skulpturen, Installationen, Videos und Bilder aus dem freien Wettbewerb(Bild: Dominique Spirgi)

Ideale Platzverhältnisse für die Videoarbeiten von Christoph Oertli

Ideale Platzverhältnisse für die Videoarbeiten von Christoph Oertli(Bild: Dominique Spirgi)

Gutbesuchte Vernissage der Kunstkredit-Jahresausstellung

Gutbesuchte Vernissage der Kunstkredit-Jahresausstellung(Bild: Dominique Spirgi)

«Ich konnte noch niemals soviele Arbeiten an einem Ort so gut präsentieren», freut sich Christoph Oertli. «Der Platz ist absolut einmalig.» Der in Basel und Brüssel lebende Videokünstler hat wirklich Grund zur Freude. Seine zumeist erzählerischen Videoarbeiten geniessen im weitläufigen iaab-Basement an der Oslostrasse, räumlich abgetrennt von den Hauptausstellungsräumen, ideale Raumverhältnisse. Die Präsentation der überaus sehenswerten filmischen Reisen durch aussergewöhnliche Räume und Orte würde sich auch als Einzelausstellung ganz gut machen.

Oertli ist einer der beiden Basler Künstler, die dieses Jahr für den offiziellen Atelierbesuchs durch die Kunstkredit-Jury auserkoren wurden. Ziel dieser Besuche ist die «Würdigung einer langjährigen künstlerischen Arbeit auf hohem Niveau», die schliesslich in Werkankäufe mündet. 50'000 Franken stehen dafür zur Verfügung. Von Christoph Oertli sind drei Werke angekauft worden, deren vier sind es, die aus Atelierbesuch bei Urs Cavelti herausschauten.

Cavelti allerdings muss sich bei der Präsentation seiner Werke – Ziel ist es, die angekauften Arbeiten in einem grösseren Werkzusammenhang zu zeigen – mit weniger idealen Platzverhältnissen begnügen. Seine zum Teil raumeinnehmenden installativen Werke stehen im ersten der ausgedienten Lagerhallen neben dem Kunst-, Atelier- und Gewerbehaus OSLO etwas gar dicht beieinander. Kommt dazu, dass es offensichtlich nicht ganz so einfach ist, diese Räumlichkeiten ausreichend zu beheizen.

Passabler Ausweichort

«Es ist nach wie vor etwas eng», gibt Peter Stohler, Beauftragter für Kulturprojekte von Basel-Stadt zu, um dann aber gleich zu ergänzen: «Doch hier steht uns doppelt soviel Platz zur Verfügung wie letztes Jahr im Architekturmuseum.» Unvorstellbar, wie diese doch ziemlich reichbefrachtete Schau des Kunstkredits Basel-Stadt mit der Hälfte an Platz hätte präsentiert werden können (vergleiche Artikel in der gedruckten Ausgabe). Neben den beiden Werkgruppen, die bei den Atelierbesuchen zusammengestellt wurden, gilt es nämlich noch die Resultate aus einer ganzen Reihe weiterer Wettbewerbe zu präsentieren, angefangen bei Kunst am Bau, über Kunst im öffentlichen Raum und «freie Kunstwerke» bis hin zu den ausgewählten und prämierten Werken aus dem allgemeinen Wettbewerb.

Dieser allgemeine Wettbewerb ist der am reichsten befrachtete. 67 Künstlerinnen und Künstler haben sich um einen Werkbeitrag beworben, 18 Positionen wurden für die Werkpräsentation auserkoren, wovon die Jury schlieslich acht mit einer Summe von jeweils 15'000 Franken prämierte. Glück für die Ausstellungsmacher ist, dass sich darunter relativ wenig ausladende Installationen und in offenen Räumen nicht ganz so leicht einzubettende Videoarbeiten befinden und der Anteil an Bildern und Zeichnungen, viele von ausgesprochen jungen Künstlerinnen und Künstlern, relativ hoch ist.

Gutbesuchte Vernissage

Mit einigen Abstrichen erweist sich der Ausweichort auf dem Kunstfreilagerareal als ansprechende (Zwischen-)Lösung. Zwar muss die Kunstkredit-Ausstellung auf die Zentrumsnähe und die gediegene architektonische Umgebung im Kunsthalle-Bau aus dem Jahre 1872 verzichten. Aber die die nicht ganz so sauber herausgeputzten Lagerhallen entpuppten sich trotz Handicaps – zu denen vor allem die Raumtemperatur zu zählen ist – als eigentlich ganz stimmiger Ort für eine Werkschau die letztlich auch inhaltlich Ateliercharakter hat. Und auch der eher periphere Standort auf dem Dreispitz erwies sich zumindest an der gut besuchten Vernissage keineswegs als Nachteil.

 

Kunstkredit Basel-Stadt
Ausstellung der Wettbewerbsresultate 2011. 
19.11. bis 4.12.2011, Di-So 11-18 Uhr. 
Ausstellungshalle Oslo 12  (Oslo-Strasse 12, Kunstfreilager, Dreispitzareal, Tor 13).

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Informationen zum Artikel

18.11.2011, 21:45 Uhr

Ansprechende Zwischenlösung

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Text:

  • 16.05.2013 um 12:00
    «Die Zeit sitzt uns im Nacken»

    Martin Wigger, Tomas Schweigen und Simon Solberg sollten das Schauspiel des Theater Basels ein Jahr lang interimistisch führen. Jetzt ist Solberg weg, und Wigger und Schweigen können für zwei weitere Jahre planen. Wie lebt es sich im künstlerischen Provisorium?

  • 07.05.2013 um 18:37
    Das Theater Basel lüftet den Vorhang

    Bei der Saisonvorschau 2013/14 bestätigte das Theater Basel offiziell, was die TagesWoche bereits verkündet hatte: Das Schaupiel macht ohne Simon Solberg im Leitungsteam weiter, während Calixto Bieito neu als «Artist in Residence» ans Haus gebunden wird.

  • 04.05.2013 um 12:26
    Ein spätwinterlicher Sommernachtstraum

    Einen Jux wollen sie sich machen: Mit «Vaudeville! Open Air» setzt das Basler Schauspiel auf dem Theaterplatz einen luftigen, spielfreudigen, letztlich aber recht belanglosen Schlussstrich unter die Saison 2012/13.

  • 22.05.2013 um 10:28
    Ich habe ...
    Zum Artikel: Unsere Ente des Tages

    ... eine Ente auf dem Dach im Kleinbasel (lieber als die Taube in der Hand oder so).

  • 15.05.2013 um 21:03
    Dass ich einmal ...
    Zum Artikel: Ein ganz knapper Entscheid gegen die Schweizerdeutsch-Quote

    ... einem liberaldemokratischen Grossratspräsidenten dankbar sein muss, dass er mit seinem Stichentscheid, die (nicht mehr betroffenen) Genossen auf dem Bruderholz und die SVP-Populisten von sonst wo vor einer unüberlegten Aktion bewahrt – wer hätte da...

  • 21.03.2013 um 17:07
    Tag des Denkmals
    Zum Artikel: Schulhausarchitektur-Führung meidet das Kleinbasel

    Vielen Dank für Ihren Hinweis. Selbstverständlich werden wir gerne über den Europäischen Tag des Denkmals berichten.

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